Kultur

Klassik Generalmusikdirektor Alexander Soddy im Foyer des Mannheimer Nationaltheaters

Mit Musikern auf Augenhöhe

Die NTM-Reihe „Musiksalon“ etabliert sich zusehends. Ob nun die Geschmacksrichtungen Klassik und Jazz im Oberen Foyer oder im Theatercafé oder die Liederabende in der Montagehalle stattfinden, Mannheims Musikfreunde wissen es wohl zu schätzen, wenn sich die Künstler der Opernsparte solistisch oder in originellen Ensembles präsentieren.

So reichten auch an diesem schier unerträglich schwülen Abend die vorbereiteten Stuhlreihen im Oberen Foyer nicht aus, als sich, gemeinsam mit fünf Bläsersolisten, Generalmusikdirektor Alexander Soddy als Pianist vorstellte.

Komponisten mit Lokalbezug

Unter den avisierten Mannheimer Komponisten war zumindest Wolfgang Amadeus Mozart ein kleiner Etikettenschwindel, wenn auch die Mannheimer Jahre 1777/78 für den Salzburger Meister sehr wichtig waren.

Der bis dato relativ unbekannte Max Brauer (1855-1918) ist zwar in Mannheim geboren und war Schüler von Vinzenz Lachner, wirkte aber als Musikdirektor in Kaiserslautern und Karlsruhe. Zum Auftakt also Mozarts Quintett für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier in Es-Dur KV 452, wobei sich zum Pianisten Soddy der Oboist Jean-Jacques Goumaz, die Hornistin Ulrike Hupka, die Fagottistin Annette Falk (allesamt Stimmführer im NTO) und der dem Ensemble seit Langem vertraute Karlsruher Klarinettist Alexander Hildebrand gesellten.

Bei der Uraufführung 1784 standen Mozart mit den Instrumentalsolisten der kaiserlichen Hofkapelle „wahrlich exorbitante Bläser“ zur Verfügung, und im Verein mit der Tatsache, dass Mozart sein Quintett dem Vater Leopold gegenüber „das Beste, was ich noch im Leben geschrieben habe“ nannte, war der rauschende Erfolg vorhersehbar. Nicht minder exorbitant die Qualität der fünf Solisten bei der Mannheimer Wiedergabe des genialen Werks, wobei sich der fabelhafte Alexander Soddy – ungeachtet der hochvirtuosen Klavierpassagen besonders im Rondo-Finale – stets als perfekter Teamplayer erwies.

Melodienselig und melancholisch

Nach der Pause, in der kühle Getränke die einzige Erfrischung waren, widmete sich das um den NTO-Soloflötisten Matthias Wollenweber erweiterte Ensemble dem Sextett für Klavier, Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott (1888) von Max Brauer. Obwohl der Programmzettel dem genuin spätromantischen, melodienseligen Werk nur drei Sätze gönnte, schloss sich zur Freude aller dem Andante noch ein Allegro con fuoco an, das in einem wahrlich sinfonischen Klangrausch endete.

Für den begeisterten Applaus dankten die Künstler mit dem herrlich melancholischen Walzer aus der Jazzsuite Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch.