Kultur

Jazz Exzellente Debüt-CD der Band Balla Balla

Mit Sonne im Herzen

Archivartikel

Der multikulturelle Humus der Stadt Mannheim treibt immer wieder neue wunderbare Blüten. Eine der schönsten hört auf den Namen Balla Balla – dahinter verbirgt sich eine international besetzte Band um Brahima Diabaté, einen Virtuosen auf dem Balafon, einer Art hölzernem Xylophon, das in der traditionellen Musik Westafrikas verwendet wird.

Die Debüt-CD des Ensembles, „Studio Pièce Bleue“, lässt aufhorchen. Denn Diabaté, der von der Elfenbeinküste stammt, und seine Mitmusiker Janis Hug (Trompete), Garrelt Sieben (Posaune), der Kubaner Duavel Cesar Acosta (E-Bass), Florian Schlechtriemen (Schlagzeug, früher bei der Band Mardi Gras.bb), und Jonas Herpichböhm (Percussion) bieten eine Stilmischung, die einmalig sein dürfte. Das Sextett kreuzt Jazz mit afrikanischen wie auch karibischen Rhythmen.

Stimmige Balance

Das Ergebnis klingt sommerlich, tanzbar, fröhlich und eingängig. Aber hinter der Gute-Laune-Fassade steckt einiges an Raffinesse, was sich etwa am subtilen Umgang mit Dynamik und Dramatik zeigt. Und wie die Band es versteht, pointierte Bläser-Riffs mit sprudelnden Balafon-Kaskaden und gegenläufigen Polyrhythmen zu einer Musik aus einem Guss zu vereinen, ist große Klasse.

Auf „Farafinkan“ etwa verdichten sich klöppelnde Balafon-Klänge, raschelnde Percussion-Einsprengsel, pluggernde Conga-Hiebe und prasselnde Schlagzeug-Muster zu einem überschäumenden Gemisch, das Hug mit feuriger Salsa-Trompete krönt. Die Musik besitzt viel Groove (also einen hypnotischen rhythmischen Fluss) und Drive (eine zunehmende Intensität, die sich einstellt, obwohl das Tempo gleich bleibt).

Das Stück „Flo-Beat“ flirtet mit treibenden, scharf skandierten Afro-Beats, „Kutikuti“ dagegen lebt von Acostas funkigen Tieftonakzenten. „Reggae 3000“ wiederum bringt schwere Taktschläge von Bass und Schlagzeug mit der Leichtigkeit des Balafons in stimmige Balance; hier sorgt Sieben mit einem eloquenten Posaunensolo für jazzige Töne. Die Musikstadt Mannheim ist um eine Attraktion reicher geworden.