Kultur

Schwetzinger Festspiele Beethoven-Zyklus beendet

Mit Sturm in die Pause

Archivartikel

Da überkommt einen schon Wehmut, wenn der Konzertmeister der Akademie für Alte Musik Berlin, Bernhard Fork, am Ende der außergewöhnlich schön musizierten „Pastorale“ seiner Hoffnung Ausdruck gibt, dass bald wieder Konzerte stattfinden könnten. Auch dankt er dem Publikum fürs Kommen, gleichwohl klingt ein wenig Resignation mit, muss doch das Ensemble den ausgebuchten November abschreiben.

Wer aber Wind sät, wird Sturm ernten, das scheint auch das musikalische Motto des Abends zu sein. Etwa in der Sinfonie „La tempesta del mare“ von Ignaz Jacob Holzbauer, einst Kapellmeister am Hofe Carl Theodors, wenn die Wogen im Finalsatz ins Schäumen geraten. Aber in geradezu liebenswertes Kleid ist diese Sinfonie im Spiel des Ensembles gewandet: gefällig-raffinierte Hofmusik. Justin Heinrich Knecht geht dann in seinem Naturporträt detailreich zu Werke. Idylle plus Gewitter, Vogelgezwitscher und sonstiges Getier – wer möchte, kann so vieles hinein- und heraushören in dieser Reihung von Elementen, deren Charakteristika die Musikerinnen und Musiker mit präzisen Valeurs versahen.

Positive Bilanz

Das Stück aller Stücke in diesem Genre ist natürlich die Sechste von Beethoven, die „Pastorale“ in F-Dur. Als wollte die Akademie noch einmal zeigen, welche Wertigkeit dieser Klangkörper besitzt, wurde die Komposition in packendem Aufriss präsentiert. „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerey“ hat Beethoven ihr mit auf den Weg gegeben. Begeisternd. Die Festspiele haben eine positive Bilanz gezogen. Das geringere Platzangebot war ausgelastet. Die Ausgabe 2021 soll vom 30. April bis 29. Mai stattfinden, der Vorverkauf beginnt am 4. Dezember. 

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