Kultur

Kabarett Pawel Popolski agiert bei „Außer der Rand und der Band“ mit Klischees über Polen

Mit Wodka zum Wohlstand

Wie sieht es in einem polnischen Wohnzimmer aus? Pawel Popolski (Achim Hagemann) gewährt nicht nur einen Blick in die gute Stube, sondern stellt auch die Familie vor. Mit dem Programm „Außer der Rand und der Band“ hat der Künstler seine Popolski-Wohnzimmershow ins Capitol gebracht.

Die satirische Kabarettshow mit Musikeinlagen bedient sich großzügig Klischees polnischer Kultur. Da bringen Capitol-Mitarbeiter als Hostessen Tabletts mit Schnapsgläsern voller Wodka in den Saal, die nur mit einem bestimmten Trinkspruch geleert werden dürfen. Pawel betont, dass er alle zehn Minuten ein Gläschen Wodka trinken müsse. „Vitamin W für Wohlstand und Wohlbefinden“ bewahre ihn vor dem Verdursten und sei auch von der Gewerkschaft angeordnet.

Musikalisch lernen die rund 550 Zuschauer verschiedene Instrumente kennen: Pawel Poposki interpretiert etwa Klassiker wie „Papa was a Rolling Stone“ auf den Kesselpauken, trommelt sich an der Schießbude, wie er das Schlagzeug nennt, die Seele aus dem Leib und spielt am Keyboard Hits, die Großvater Pjotrek komponiert hatte. „Bruder Lucek“ und „Du bist mein Herz, du bist meine Seele“ habe sich Dieter Bohlen unter den Nagel gerissen, moniert er. Sein Opa habe auch Hip-Hop und das Scratchen erfunden, welches dank seiner eingeklemmten Krawatte auf dem Plattenspieler entstanden sei. Per „Skypek“ wird sein Bruder und Bassist Janusz Popolski“ (Martin Ziaja), „der trubste Tasse von der ganzen Familie“, eingespielt. Als Duo spielen sie Calypso Polka und Speed Metal Polka. Einer der Höhepunkte ist der Auftritt von Cousine Dorota (Iva Buric Zalac), einer Femme Fatale, eine verhängnisvolle Frau, die im geschlitzten Abendkleid ihr Singledasein beklagt. Unter ihren Verflossenen: Justin Bieberek und Johnny Depp, der sie heiraten wollte. „Aber ich wollte nicht ‚Depp‘ heißen“, erklärt sie. Musikalisch klappt es besser: Ihre Polka-Version der Ballade „I will always love you“ erntet viel Beifall. Schließlich darf ein Zuschauer namens Thomas, den Pawel als „Tomek Popolski“ adoptiert, mit ihnen Schlagzeug spielen. Als Zugabe servieren Pawel und Dorota unter anderem „I got the Polka“.