Kultur

Planet Ears Festival gestattet einen ganz anderen Blick auf das Thema Weltmusik / Ungewöhnliche Formate sollen etabliert werden

Moderne arabische Szene im Fokus

Sieben Spielstätten, 16 Konzerte, ein großes Ziel: Einen „Freiraum für weltweite Gegenwartskultur“ zu schaffen, das ist das Anliegen von Planet Ears. Das nagelneue Festival beginnt heute rund um die Alte Feuerwache in Mannheim und bringt „ungeahnte Hörerlebnisse“ auf die Bühnen. Der Festival-Schwerpunkt liegt auf Weltmusik aus der arabischen Welt – und räumt gewaltig mit gängigen Klischees des Genres auf.

Eine „Plattform für spannende, progressive Entwicklungen der globalen Musikszene“ will das Planet-Ears-Festival sein und dabei nichts weniger als „internationale Musik neu denken“. Hinter der Veranstaltungsreihe vom 12. bis 22. September stehen Feuerwache-Geschäftsführer Sören Gerhold und Thilo Eichhorn, beim Mannheimer Kulturamt für Musik zuständig. „Wir haben beide großes Interesse an neuen Entwicklungen in der Musik“, erzählt Eichhorn – was zur gemeinsamen Idee für das neue Festival führte. Weil sie immer wieder Formate entdeckten, die ganz grob unter den Begriff Weltmusik fielen, aber kaum etwas mit dem traditionellen, folkloristischen Image des Genres zu tun hatten, weiteten Gerhold und Eichhorn den Blick. „Wer glaubt, es entwickelt sich nur der Westen musikalisch weiter, der irrt sich gewaltig.“Und so trifft bei Planet Ears finnischer Afrobeat auf Oriental Slow House und Shamstep – um nur einige Beispiele zu nennen.

„Es geht darum, einen Ort zu etablieren für eine Szene, von der wir glauben, dass sie Schwierigkeiten hat, sich in etablierten Formaten hier in Deutschland zu zeigen“, erklärt Eichhorn. In anderen Ländern sei man da schon wesentlich weiter, etwa in Beirut, wo er und Gerhold das Irtijal-Festival für experimentelle Musik besucht haben – und „tief beeindruckt“ gewesen seien, wie groß das Interesse der jungen Leute an den teils abgefahrenen Klängen war. Der Mitbegründer Sharif Sehnaoui ist nun auch bei einem von zwei Symposien im Rahmen von Planet Ears (Samstag, 21. September, 15 Uhr, Alte Feuerwache) zu Gast, um über die Ziele seines interkulturellen Festivals zu berichten, und er hat Musiker aus seinem Land mitgebracht, die im Anschluss live spielen. Ebenfalls zu hören sind Künstler aus Syrien und Palästina, aus der Türkei und aus Iran, aus dem Libanon und aus Deutschland, teilweise in internationalen Kollaborationen. Bewusst habe man die Eintrittspreise klein gehalten einige Open-Air-Konzerte sind sogar frei.

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