Kultur

Comedy John Cleese begeisterte das Publikum in der Alten Oper in Frankfurt

Monthy Python und mehr

Schon der Name seiner aktuellen und wohl auch letzten Tour bringt die Fans des schwarzen, britischen Humors zum Schmunzeln. „Last time to see me before I die“ unter diesem Motto begeisterte John Cleese seine Fans in Frankfurt. Dass Gevatter Tod an diesem Abend öfter einmal von dem mittlerweile 78-jährigen thematisiert wird, wundert da niemanden mehr. Die Menschen im Publikum bekommen da eben mal anhand einer Statistik aufgezeigt, wer wohl welcher Todesursache zum Opfer fallen wird. Und die Herrschaften auf der Tribüne, für die als Todesursache der Selbstmord angedacht ist, werden gebeten, doch mit dem Springen bis nach der Show zu warten, um keinen der darunter befindlichen Zuschauer zu gefährden.

Dass über ein in der Gesellschaft oftmals tabuisiertes Thema herzhaft gelacht werden kann, ist selten. Und doch verdient sich ein makabrer Filmausschnitt aus dem Jahr 1998 an diesem Abend in Frankfurt das, wie von Cleese selbst bestätigt, langanhaltendste Gelächter des Publikums. In jenem Jahr waren Monty Python zu Gast in einer Talkshow. Graham Chapman, ein zu dieser Zeit schon verstorbenes Mitglied der Truppe, wohnte dem ganzen in seiner Urne bei. Während des Interviews geht eben diese Urne zu Bruch, und die Asche verteilt sich auf dem Boden des Studios.

Unter dem verstörten Blick des Gastgebers Robert Klein fegen Grahams ehemalige Kollegen ihn wieder in die Urne, unter den Teppich und schrecken sogar vor dem Staubsaugen nicht zurück. John Cleese steckt den Finger in die Asche und nimmt eine Kostprobe. „Er schmeckte ein bisschen wie Hühnchen“ - erinnert sich Cleese fast 20 Jahre später an diesem Abend in der Alten Oper.

John Cleese plaudert auch so einiges aus dem Nähkästchen über die Anfänge von Monty Python, das Glück, dass der Truppe damals in die Karten spielte und sie zum Vorbild ganzer Generationen von Komikern werden ließ. Untermalt werden diese Geschichten mit Filmausschnitten von „Die Ritter der Kokosnuss“ oder „Das Leben des Brian“, einer Persiflage der Bibelgeschichte, welche zur damaligen Zeit von fast allen großen Religionen geächtet wurde. Für Cleese ist es „das beste was wir je gemacht haben, und ich bin stolz darauf!“

Im zweiten Teil des Programms führt Cleese sein Publikum in die Kunst des Humors ein. Wie er funktioniert und, dass es zwar ganz lustig sei, wenn man jemanden, als alte Frau verkleidet, auf der Straße stürzen ließe, es aber doch noch lustiger wäre, handele es sich wirklich um eine alte Frau.

Auch Franzosen, Belgier, Iren und Mexikaner bekommen an diesem Abend in Form von Witzen noch ihr Fett weg.

Das Publikum ist begeistert, und nach gut zwei Stunden verlässt es mit reichlich beanspruchter Lachmuskulatur und einer vielleicht etwas entspannteren Einstellung zum Thema Ableben den ausverkauften Großen Saal der Alten Oper. Anke Vogel