Kultur

Literatur regional Krimi spielt in Schwetzingen

Mordslust in der Kurpfalz

Archivartikel

Eine blonde, athletische Kommissarin und ein Mord im Swinger-Milieu: Klingt wie ein Tatort, oder? Nein, es ist die Handlung in Klaus Maria Dechants Krimi „Mordslust“. Der spielt in Schwetzingen und nimmt einem schon am Anfang die Luft weg: Ein Mörder näht seinen weiblichen Opfern die Scham in Form eines Korsetts zu – mit schwarzem Satin. Im Krimi wird neben der Leiche auch die Swingerszene seziert – und deren Eigenheiten sorgen für Schmunzeln. „Isch geh emol defu aus, dass des kä Sprühsahne is“, stellt die Spurensicherung am Tatort fest. Dort, im Swingerclub, reihen sich billige Schaumstoffmatratzen „Glied an Glied auf der Pressspanempore“, beschreibt der Autor, bei dessen Schreibstil unweigerlich Pikantesse auf Situationskomik trifft. Auch dadurch wird der Kriminalroman extrem kurzweilig.

Autor Dechant ist immer nah bei seinen Figuren, vor allem in ihrem Alltag und auch in ihrem Beruf. Und zwischen Polizeirevier, Privatwohnung und Swingerclub verfliegt schon einmal der kurfürstlich-kurpfälzische Glanz einiger Buchfiguren – auch wenn die sich weiterhin im idyllischen Schlossgarten tummeln (während sie SMS an die Affäre schreiben).

Detailreich geschrieben

Die detailreiche Art zu Schreiben gibt den Figuren in Dechants Werk eine besondere Authentizität. Allen voran Kommissarin Michaela Cordes. Dechant erweckt auch sie, wie alle seine Figuren, quasi zum Leben. Auch, weil er den Leser durch exakte Beschreibungen ihres Äußeren und ihrer Umgebung, teilhaben lässt. Detailliert sind im Übrigen auch die Sexszenen beschrieben – und es wird schnell deutlich, dass in diesem Roman eine Menge Leute eine Mordslust haben. Wer aber nun die Mordlust hat, findet der Leser besser selbst raus.

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