Kultur

Geschichte Koloniales Erbe soll besser aufgearbeitet werden

Museen pochen auf weiteres Geld

Archivartikel

Museen benötigen nach Auffassung des Deutschen Museumsbundes langfristig mehr Geld und Personal, um ihr koloniales Erbe aufarbeiten zu können. „Kurzfristige Projekte helfen hier kaum“, sagte der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, am Montag in Bremen bei der Vorstellung des überarbeiteten Leitfadens zum Umgang mit Sammelgut aus kolonialen Kontexten. „Bei der NS-Raubkunst haben wir 20 Jahre gebraucht, um ein halbwegs gängiges Verfahren zu entwickeln.“ Wünschenswert wäre für jedes Museum ein zusätzliches Team aus bis zu acht Experten, das die Aufgabe übernehme.

Es gebe nur wenig „glasklare Fälle“, in denen ein Kunstwerk in der Kolonialzeit geraubt wurde oder nicht, betonte Wiebke Ahrndt, Direktorin des Bremer Übersee-Museums und Vorsitzende der Arbeitsgruppe, die den Leitfaden überarbeitete. „Wir sind sehr oft im Grauzonenbereich.“ Bei der Frage, ob ein Museum einen Gegenstand zurückgegeben sollte, gehe es aber nicht allein um den recht- oder unrechtmäßigen Erwerb. „Wenn Objekte eine besondere Bedeutung für das Herkunftsland haben, sollten sie zurückgegeben werden, auch wenn sie legal erworben wurden.“ Dies sei etwa bei menschlichen Überresten oder religiösen sowie sakralen Gegenständen der Fall.