Kultur

Pop Der Weinheimer Andreas Botz veröffentlicht Album

Musik zum rundum Wohlfühlen

Auf dem Albumcover sitzt Andreas Botz mit seiner Gitarre barfuß am Straßenrand – und strahlt über das ganze Gesicht. So sehr, dass sein Gemüt noch sonniger wirkt als die Sommerurlaubsatmosphäre des Gesamtmotivs. „Save My Life“ heißt das Solowerk des Weinheimer Gitarristen. Was signalisiert, dass Musik manchmal quasi Leben retten kann – speziell in der lichtarmen Winterzeit.

Botz’ 16 Instrumental-Songs sind ein gutes Beispiel dafür. Der als Kind klassisch geschulte Gitarrist, der später in Bands von Pop bis Fusion-Jazz alle Stilrichtungen durchexerziert hat, versprüht ohne große elektrische Verstärkung im Alleingang fast schon Wellness-Wirkung. Seine feingedrechselten Saitenläufe passen als Hintergrundmusik genau so zum Dinner, einem Glas Wein oder sogar in den Spa-Bereich. Aber es lohnt sich auch, den Lautstärkre-Regler aufzudrehen und die transparente, dynamische Produktion ganz konzentriert auf sich wirken zu lassen – das kann ganz ohne Esoterik-Geschwurbel wie eine Seelenmassage wirken. Auch, wenn sich die Titel mitunter ein wenig ähneln. Trotzdem merkt man den Kompositionen an, dass Botz seit seinem zwölften Lebensjahr Lieder schreibt. Das hat insgesamt ähnliche Qualität wie die reinen Gitarrenalben des Musikkomikers Willy Astor, kommt aber ohne weltmusikalische Folklore aus.

Pit Schönpflug als letzte Instanz

Die Aufnahme erfolgte nach dem Motto Handmade At Home (Zuhause handgemacht). Die oft unterschätzte Aufgabe des Mastering, die letzte klangliche Nachbearbeitung vor der Pressung einer Platte, übernahm niemand Geringeres als Pit Schönpflug. Der Kopf und Produzent von De-Phazz hatte da bei nur einem Instrument (zeitweise scheint Botz das eigene Spiel aber auf anderen Spuren zu „kommentieren) keine überkomplexe Aufgabe. Aber seine perfektionistische Handschrift ist hörbar und veredelt diese ambitionierte Eigenproduktion. jpk