Kultur

Klassik Streichquartett spielt zu Bildern von Henri Matisse

Musikalische Bezüge

Archivartikel

Ein prominentes Gemälde von ihm trägt den Titel „La Musique“, auch sonst beschäftigte er sich malerisch immer wieder mit musikalischen Themen; er machte Bühnenbilder für Operninszenierungen und spielte aktiv mehrere Instrumente – unstrittig besaß der Maler Henri Matisse eine intensive Beziehung zur Musik. Da lag es nahe, im Rahmen der Ausstellung „Inspiration Matisse“ im Foyer der Kunsthalle Mannheim auch ein Konzert zu veranstalten: einen Streichquartett-Abend mit Mitgliedern der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und dem Schwerpunkt auf russischer Musik, die Matisse besonders mochte.

Lupenreiner Ton

Yi-Qiong Pan und Konstantin Bosch (Violinen), Barbara Giepner (Viola) und Florian Barak (Violoncello) bilden kein festes, ständig zusammen spielendes Quartett. Darauf wäre man nie gekommen, weil das Zusammenspiel der vier Musiker von einer so selbstverständlichen Eleganz ist – als hätten sie nie etwas anderes gemacht als Quartett zu spielen. Wenn man die Primgeigerin Yi-Qiong Pan wegen ihres lupenreinen Tons besonders heraushebt, tut man den anderen im Grunde schon Unrecht. Mitgebracht hatten die vier zwei Quartette Dmitri Schostakowitschts (das klassizistisch gefärbte erste op 49 und das 10. op. 116 von 1964, das besonders im letzten Satz einige groteske Züge aufweist).

Beide Werke waren hochdifferenziert gestaltet, vorgetragen mit großer Energie und, vor allem beim op. 49, mit fein abgeschmeckten piano-Farben. In diesem Kontext nicht ganz plausibel, wenngleich ebenso überzeugend und mit Esprit wiedergegeben, war Joseph Haydns so genanntes Sonnenaufgangsquartett op. 76.Nr. 4 – mit Haydn hatte Matisse nun wirklich nicht viel zu tun.

Dafür hatte man die Gelegenheit, in der Konzertpause hochkarätige Kunst zu betrachten und über Querbezüge nachzudenken. Das riesige Foyer der Kunsthalle solle stärker belebt werden, hatte die neue Leitung des Museums verlauten lassen. Ein viel versprechender Anfang ist gemacht.

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