Kultur

Kunst „Pantherfrauen“-Ausstellungen bei Döbele Mannheim

Mutig im Strom des Lebens

Archivartikel

Fünf Pantherfrauen… die so gar nicht raubtiermäßig daher kommen. Hedwig und Johann Döbele haben seit jeher ein Herz für die Kunstszene in Dresden und Leipzig, und dieses Mal geht es um Malerinnen, die hartnäckig und gegen den Strom ihre Standfestigkeit beweisen. „Pantherfrauen“ bezieht sich auf Sarah Kirsch, die 1974, zu DDR-Zeiten, einige Mitbürgerinnen mit ihrer Situation zu Wort kommen ließ und ein Stück feministischer Literatur schuf. Eine der Geschichten betraf eine Raubtier-Dompteuse, und eine vergleichbar mutige Widerständigkeit hat wohl auch die fünf Malerinnen geprägt, die sich bereits in der DDR durchsetzen mussten.

Bei Doris Ziegler findet der Bürgeraufstand gegen das Regime einen niederdrückenden Ausdruck. Anstelle von Mut und Energie herrschen fahle, graue Farben sozialer Verelendung, aber nach 2000 hat die Künstlerin zu einer anderen Farbigkeit gefunden. Petra Flemming legte ihren Menschenbildern mitunter kompromisslose Härte zugrunde, ihr „Selbstbildnis in Paris“ ist von maskuliner Herausforderung und die „Sowjetische Flugplatzsicherung“ eine Provokation aus windfahnenbekrönter Verschlossenheit.

Gudrun Petersdorff entwickelte ein Kolorit aus leuchtenden Grundfarben, aber bleibt verhalten im Ausdruck. Geradezu üppig dagegen die Szenen von Katrin Kunert mit dem „Garten im Mai“. Von surrealer Poesie „Langer Winter“ und „o. T. (nach Goya II)“, auf denen verhüllte Gestalten wie Vögel auf Bäumen sitzen – fragile Situationen als Normalität.

Isabelle Dutoit kam aus dem Westen nach Leipzig, um sich der speziellen Malereitradition anzuschließen. Dennoch fallen ihre sensiblen Tierporträts auf faszinierende Weise aus dem Rahmen. Anstelle der Mentalität aus Widerstand lässt sie Wölfe und Tiger leise federnd aus einem diffusen Nichts springen.

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