Kultur

Literatur Mannheimer Banker Uwe Ittensohn schreibt seinen zweiten Regionalkrimi

Mysteriöser Fall im Speyerer Dom

Nun ist also schon das zweite Buch in der Mache. „Requiem für den Kanzler“ heißt Uwe Ittensohns erster Kriminalroman. Genaugenommen der erste, der erschienen ist. Geschrieben hatte er zuvor schon zwei weitere. Auf der Suche nach einem Verlag, der sein Buch beziehungsweise seine drei Rohfassungen veröffentlichen würde, zeigte der Gmeiner Verlag Interesse.

Allerdings wollte der das dritte Skript; schließlich geht es da um Altkanzler Helmut Kohl und dessen Begräbnis in Speyer, das Extremisten in einen blutigen Schauplatz verwandeln wollen. „Das Ganze war von Anfang an auf mehrere Folgen ausgelegt, da sollten die Leute dann sagen ‚Ah, der Ittensohn, das ist doch der mit dem Kohl in Speyer’.“ Das Buch ist kürzlich erschienen, ein Regionalkrimi, von denen es inzwischen viele in Deutschland gibt; Krimis laufen gut im Büchermarkt und der Anteil der Geschichten mit regionalem Bezug wächst.

Auch der Gmeiner Verlag mit Sitz in Meßkirch auf der Schwäbischen Alb setzt auf Krimis mit Lokalkolorit und hat bereits in mehreren Provinzen Ermittler stationiert. In Speyer bei Kohls Begräbnis treten nun erstmals Kriminalhauptkommissar Frank Achill und dessen Freund André Sartorius auf den Plan. Der war einmal Banker, hat seinen Job als Risikoanalyst in Frankfurt aber zugunsten seiner Leidenschaft für Speyerer Heimatkunde aufgegeben und arbeitet seitdem als Stadtführer.

Neues Konzept im Kopf

Auch Ittensohn ist Banker, in Mannheim bei der VR Bank, und er teilt mit seinem Protagonisten Sartorius die Liebe zu Speyer, wo er lebt. Seinen Job hat der 54-Jährige aber weiterhin, Bücherschreiben ist sein Hobby. „Meine Frau und ich waren im Urlaub und lasen beide den gleichen Regionalkrimi, den wir nicht so prickelnd fanden. Ich meinte, dass ich das besser hinbekäme.“ Seine Frau habe gelacht, doch da hatte Ittensohn bereits erste Ideen, und bald waren die Geschichten fertig. Allerdings bleiben die ersten beiden vorerst unter Verschluss. „Sie sind nicht schlecht, aber ich habe mich seitdem weiterentwickelt, ich müsste sie erst überarbeiten.“

Ob er das machen wird, weiß er noch nicht. Denn längst hat er ein neues Konzept im Kopf: von einem mysteriösen Mann, der Steine von einer Brücke stößt und dabei eine Autofahrerin schwer verletzt. Der Fall wird bald zu den Akten gelegt, doch André Sartorius lässt das Gefühl nicht los, dass mehr hinter dem Vorfall steckt. Die Spur führt ihn in den Speyerer Dom, zu den dortigen Reliquien und zur Bibel. Anfang 2020 wird Ittensohns neuer Krimi erscheinen. Einen Titel gibt es schon: „Abendmahl für einen Mörder“.