Kultur

Pop Sängerin-Songschreiberin Wallis Bird im Capitol

Neue Songs in der alten Heimat

„Was für eine Ehre, wieder hier zu spielen, in meiner alten Heimatstadt“, ruft Wallis Bird ihren über 300 Zuschauern im Mannheimer Capitol entgegen. Die aus Irland stammende und seit langem in Berlin Wahl-beheimatete Musikerin ist dieser Stadt in besonderer Weise verbunden, seit sie vor bald 15 Jahren für ein Gastsemester an die Popakademie kam und dort ihre Debüt-EP „Branches Untangle“ produzierte.

Die Freude über das Konzert, das Wallis Bird im Rahmen ihrer „New Moon“-Tour gibt, ist freilich von gegenseitiger Natur: Von Fans und Freunden (nicht wenige im Saal dürften beides in Personalunion sein) wird die Sängerin und Songschreiberin aufs Herzlichste willkommen geheißen. Und es scheint fast wie eine Verbeugung vor der gemeinsamen Vergangenheit, dass Bird ihren Solo-Auftritt mit dem Song „Home“ eröffnet – eine seelenvolle Ballade, die sie a cappella singt.

Doch schon beim nächsten Lied, „Circle“, greift sie in ihre Akustikgitarre und entfesselt jene hochenergetische Fusion von Folk, Rock und Pop, die einen immer wieder aufs Neue verblüfft und mitreißt: mit starker Stimme, ungeheurer Dynamik und der mit charakteristisch hartem Anschlag gespielten Gitarre. „Ungefähr zwei bis acht Saiten pro Gig müssen dran glauben“, berichtet Bird.

Ansprechende Einblicke in ihr neues Album „Woman“ bietet unter anderem das Stück „Life Is Long“, bei dem sie mithilfe ihrer Loop-Station ein ansteckend lebensvolles Gestöber perkussiver Schleifen und Gesangslinien erzeugt. Gleichfalls vom neuen Langspieler stammen „As The River Flows“, in dem sich Bird eindringlich für die Unterstützung von Flüchtenden und gegen Rassismus positioniert, und in der Zugabe der intensiv verzehrende Soul von „I Know What I’m Offering“, mit dem Bird zugleich einen Konzerthöhepunkt liefert. Den leisen gefühlvollen Ausklang bildet schließlich das mit Aidan Floatinghome (der mit sehr feinen Folk-Songs auch das Vorprogramm bestritten hat) und Tracey Kelliher gesungene „In Dictum“.

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