Kultur

Schauspiel Oststadt-Theater mit neuem Mundart-Stück

Noch mehr Tratsch im Treppenhaus

Es ist so etwas wie die Fortsetzung der Mannheimer Version der Erfolgskomödie „Tratsch im Treppenhaus“: Mit seiner neuesten Produktion „Leichen tratschen nicht“ zeigt das Oststadt-Theater seinem Publikum bereits liebgewonnene Charaktere und überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus Spannung und Heiterkeit.

Austragungsort ist wie im „Tratsch“ das Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in Mannheim. Dort tummeln sich die Protagonisten des Stückes, allen voran Anneliese Schnabel (Susanne von Grumbkow), die mit Vorliebe ihre „Schlappgosch“ spazieren trägt. Tratschen ist ihr Lebenselixier, und ihre Ohren hält sie immer offen. Dass sie das eine oder andere dabei falsch interpretiert, versteht sich fast von selbst. Nachdem sie im dunklen Flur über einen vermeintlichen Toten gestolpert ist, wittert sie um sich herum Mord, Straftaten und Verbrechen. „Bis auf die Kubitschek im Hinnerhaus, sin doch alle kriminell“, stellt sie lapidar fest.

Keine Zusage für Kredit

Mit Zustimmung des falschen Kommissars Kurt Oelschläger (Knut Frank) fängt sie an, auf eigene Faust zu ermitteln. Sie merkt nicht, dass Oelschläger der Mittelsmann von Bargeld-Max ist, einem Kredithai aus dem Jungbusch. Kurt bringt nicht nur Annelieses Lottoschein an sich, mit dem sie, ohne es zu wissen, gewonnen hat, sondern auch einen wertvollen Ring von Silke Renck (Helena Fuladdjusch). Deren Mann Markus Grimm (Sören Messing) hat das einzige Erinnerungsstück an Silkes Mutter verpfändet, um die Gehälter der Mitarbeiter seines Autohauses zahlen zu können. Denn der Betrieb steckt in der Krise, und die Zusage für den nötigen Bankkredit bleibt aus.

Die Kriminalkomödie stammt aus der Feder von Uwe von Grumbkow, der auch für die Regie verantwortlich zeichnet. Er hat seiner Frau Susanne die Rolle einer Ur-Mannheimerin auf den Leib geschrieben. Doch wäre sie alleine nichts ohne ihre Mitspieler, die sie kongenial ergänzen. Dazu zählt auch Thomas Koob als Metzgermeister Stefan Fehrenbacher. Ebenso sind Uwe Naumann als der pensionierte Finanzbeamte Heinz Grimm und Petra Förster als dessen Lebensgefährtin Lotte zu nennen. Es gibt also für Anneliese Schnabel viel zu lauschen und zu tratschen. Ganz nach dem Motto: „Isch sag ja nix, isch mähn ja bloß.“