Kultur

Echo 2018 Hip-Hopper Kollegah und Farid Bang atmen auf

Nominierung bestätigt

Archivartikel

Es ist eine Entscheidung für die Freiheit der Kunst, dennoch dürfte sie auf viel Widerspruch stoßen: Trotz eines als antisemitisch kritisierten Songs bleiben die Rapper Kollegah und Farid Bang für den Musikpreis Echo nominiert. Das entschied der unabhängige Ethik-Beirat des Bundesverbands Musikindustrie (BMI), sprach aber ausdrücklich von einem „absoluten Grenzfall“. Farid Bang reagierte mit einem breiten Smiley auf seiner Facebookseite: „Wir sehen uns beim Echo“.

In dem umstrittenen Song geht es vor allem um die Zeile: „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“. Die künstlerische Freiheit sei in dem Text „nicht so wesentlich übertreten“, dass ein Ausschluss gerechtfertigt wäre, befand der Beirat in seiner gestern veröffentlichten Entscheidung mehrheitlich.

Der Beiratsvorsitzende Wolfgang Börnsen machte aber unmissverständlich deutlich, wie schmal der Grat für das Votum war. Die Wortwahl einiger Texte der Düsseldorfer Rapper sei provozierend, respektlos und voller Gewalt, erklärte er. „Sie als Stilmittel des Battle-Raps zu verharmlosen, lehnen wir ab.“

Dennoch hielt der Beirat einen formalen Ausschluss „nach intensiver und teilweise kontroverser Diskussion“ mehrheitlich nicht für den richtigen Weg, so Börnsen. Nicht nur in der Musik, auch in anderen Kunstbereichen gebe es zunehmend „eklatante Tabubrüche“. Dies müsse jedoch in einer breiten gesellschaftlichen Debatte aufgegriffen werden. dpa