Kultur

Literatur Laufenberg schreibt über „Zwei vor Zwölf“

Not macht erfinderisch

Archivartikel

Februar 1945, der Zweite Weltkrieg neigt sich dem Ende, auch Heinrich Himmler und Adolf Hitler merken, dass sie jetzt eine Rückversicherung brauchen, wenn sie überleben wollen. In dem neuen Roman „Zwei vor Zwölf“ des Mannheimer Autors Walter Laufenberg taucht der Leser in die fiktive Gedankenwelt des SS-Reichsführers Himmler und des Diktators Hitler ein.

Im ersten Teil, geschrieben aus der Sicht Himmlers, geht es darum, dass diesem kurz vor Kriegsende sein Todesurteil bewusst wird. Sein Plan ist es, sich nicht als Judenverfolger, sondern als Retter darzustellen. Im zweiten Teil, geht es um Hitlers Rückversicherung gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Dieser soll einen Schauspieler engagiert haben, der ihn doubelt und sogar Eva Braun im Berliner Führerbunker heiratet, während Hitler selbst aus dem umkämpften Berlin flieht.

Mix aus Fakten und Fiktion

Dass es historisch und emotional natürlich kritisch ist, in Form eines fiktiven Romans über Himmler und Hitler zu schreiben, lässt sich nicht bestreiten. Doch Laufenberg gelingt eine überzeugende Mischung aus Fakten und Fiktionen.

Während sich der erste Teil noch deutlich holpriger liest, überzeugt der zweite mit einem flüssigen Schreibstil. Man folgt der fiktiven Gedankenwelt Hitlers, auch die Handlungs- und Ortswechsel nehmen ab. Zentrale Figuren der Geschichte sind Hitler selbst, Eva Braun und der als Hitlers Double engagierte Schauspieler Alfonso. Auch satirische Szenen, in denen sich Hitler über Charlie Chaplins Film „Der große Diktator“ beschwert, sind Teil des Romans. Laufenberg ist eine angenehme Mischung aus Fakten und Fiktion gelungen, die einem ganz nebenbei noch etwas über die deutsche Geschichte beibringt.

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