Kultur

Uraufführung Wommy Wonder mit neuem Programm

Oben fit, unten dicht

„Respekt!“ heißt das neueste Programm von Frl. Wommy Wonder, das im SpardaWeltEventcenter in Stuttgart uraufgeführt wurde. Anschließend ist der Travestiekünstler, der seit nunmehr 34 Jahren auf der Bühne steht, damit auf Tour. Der Mann, der mit bürgerlichem Namen Michael Panzer heißt und im Stadtteil Nellingen von Ostfildern lebt, ist wohl Travestiekünstler, aber er setzt nicht nur auf den in diesem Genre üblichen Fummel, sondern hat sich vielmehr im Lauf der Jahre immer mehr zu einem mit Witz agierenden, gute Laune verbreitenden, sozusagen ernstzunehmenden Kabarettisten entwickelt, bei dem die Musik, genauer gesagt, sein Gesang, eine nicht unerhebliche Rolle spielt.

Mit Hund und Krokodil

Bevor der Vorhang aufgeht, sieht man auf diesem eine Karikatur des Künstlers mit Hund und Krokodil. Dann betritt Frl. Wommy Wonder, eine barocke Erscheinung in einem orangefarbenen, kurzen Glitzerkleid die Bühne, mit den Worten „Hallo, Stuttgart“ und bekennt gleich: „Ich gehöre einer Minderheit an, ich bin Schw...äbisch – und das ist gut so“. Und schon ist das Eis gebrochen.

Bevor er das Glas hebt: „Auf die Männer, die wir lieben, auf die Penner, die wir kriegen“ und meint: „Oben fit, unten dicht, mehr wünscht man sich fürs Alter nicht“, verkündet er noch: „Lachen ist die letzte Waffe, wenn wir alles andere zum Heulen finden“.

Und mit dieser Waffe, teils in Form eines Floretts, manchmal aber auch mit der eines Säbels, bestreitet er das rund dreistündige Programm, einschließlich einer Pause.

Minikleid mit Stola

Als er nach dar Pause in einem glitzernden Minikleid mit weißer Stola auftritt, kommentiert er, ganz Dame: „Soll ich mir meine Ausstrahlung nehmen lassen, nur weil sie andere blendet?“. Freunde definiert er als „Menschen, die Dich fürs Schwimmen loben, weil Du beim Segeln gekentert bist“.

Und selbstverständlich darf im zweiten Teil auch eines seiner Markenzeichen nicht fehlen, die „Kulturraumpflegerin“ Elfriede Schäufele, die im besten Sinn des Wortes Schwäbisches von sich gibt.

Und dann ist es auch nicht mehr weit zu Gottlieb Fischer, der zumindest in Video-Gestalt als Dirigent auftritt. Frl. Wommy Wonder agiert, als Solo-Künstler aber nicht nur auf der Bühne, sie zieht im Zuschauerraum auch die Besucher mit ins Geschehen ein. Zum beifallumtosten Schluss heißt es dann: „Alles verblasst mit der Zeit, doch die Erinnerung bleibt“. Dieter Schnabel