Kultur

Ruhrtriennale Rückendeckung für Chefin Stefanie Carp

Offener Brief an Laschet

Die in eine Antisemitismusdebatte verwickelte Intendantin der Ruhrtriennale, Stefanie Carp, bekommt Rückendeckung. In einem offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kritisiert der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler die Absage des Politikers. Marthaler und das Ensemble der Triennale-Produktion „Universe, incomplete“ baten darin um eine „respektvolle, die Umstände der Ereignisse korrekt einordnende Auseinandersetzung mit der entstandenen Problematik sowie gelebte Wertschätzung“.

Marthaler und die Symbolik

Dazu gehöre, dass der Ministerpräsident persönlich komme und „nicht durch Verweigerung eine Symbolik betreibt, die alle kritische Auseinandersetzung verunmöglicht“, schreibt Marthaler. Carp werde durch die Antisemitismusvorwürfe zu Unrecht diskreditiert. „Wenn es eine, den unterstellten Tendenzen des Antisemitismus absolut entgegenstehende, dafür im wahrsten Sinne des Wortes kosmopolitisch agierende Persönlichkeit im Bereich des Theaters gibt, dann ist dies für mich Stefanie Carp“, betont er. Vor Beginn der Triennale hatte Laschet abgesagt. Hintergrund ist der Streit um die Teilnahme einer schottischen Band. Sie steht der sogenannten BDS-Bewegung nahe, die für einen Boykott Israels eintritt. dpa