Kultur

Literatur Autorin H. K. Anger veröffentlicht Lokalkrimi

„Olieweleid“ – Mord im Odenwald

„Enn Bescher Milschkaffee?“ „Enn Löffelsche Zucker?“ Protagonistin Charlie Knapp ist neu im Odenwald – und am Ermitteln, als sie von Einheimischen des Mittelgebirges bei ihren Nachforschungen auf diese Weise empfangen wird. Die Juristin hat eine Leiche entdeckt. Und ein zweites Mordopfer lässt nicht lange auf sich warten.

Zwischen Mord, Gift-Apfelwein und Brandanschlag sind die Figuren in Heike Kügler-Angers neuem Roman „Odenwaldglut“ stets in Bezug zur Natur der Bergstraße gezeichnet. Beim Lesen hat man durch die Beschreibungen gleich dortige Wiesen und Hügel vor Augen. Der „fantastische Weitblick über die Rheinebene bis hin zu den Ausläufern des Pfälzer Waldes“ weckt wohl bei allen dort sesshaften Heimatgefühle. Auch steckt die (abgewandelte) Realität der Region in vielen Seiten des Buches: „Umgefallene Bäume blockierten für mehr als drei Tage die Bundesstraße nach Hirschhorn, wodurch die Pendler nach Heidelberg und Karlsruhe zeitaufwendige Umleitungen in Kauf nehmen mussten“, heißt es.

Spiel mit der Idylle

In ihrem Buch spielt Heike Kügler-Anger, die unter dem Namen H. K. Anger schreibt, mit dem Kontrast zur Idylle. Eine pralle Fülle an Szenenwechseln, Handlungsorten und Protagonisten bestimmt den Roman. Mal schmunzelt man aufgrund des Lokalkolorits, mal werden ernste Themen behandelt. Mittendrin Kommissare, brutale Morde, Action- Szenen. Besonders in der zweiten Hälfte des Buches nimmt die Handlung an Fahrt auf.

Von filmreifen Ereignissen bis hin zu Gesprächen über den Gartenzaun ist alles dabei. Da darf natürlich die Mundart nicht fehlen. Wie gut, dass Autorin Anger am Buchende ein Glossar angefügt hat, in dem Begriffe von „Bobbelsche“ bis „Olieweleid“ erklärt werden. So kann der „zugez’oone“ Leser auch Sätze verstehen, die wie der folgende lauten: „Wisse Se, jedz woa die Dschossie unn isch, mer beide mäih Zeit in Oandalusien soi wolle, such isch oan, woas sisch um des Haas kimmern dudd“. Anger legt mit „Odenwaldglut“ einen komplexen Lokalkrimi vor, durch den sich der Odenwald als Hauptdarsteller wie ein roter Faden zieht. 

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