Kultur

Oscars Auch Joaquin Phoenix („Joker“) hofft auf eine Trophäe

„Parasite“ oder „1917“?

Verfilmungen von Comicbüchern standen bei den Oscars lange im Abseits. „Black Panther“ brachte aber vor einem Jahr die Wende: mit einer Nominierung in der Topsparte „Bester Film“. Und nun „Joker“: Mit elf Nominierungen stürmt der Comic-Thriller als Favorit in die diesjährigen Academy Awards.

Die düstere Charakterstudie um den Batman-Gegenspieler kann am 9. Februar den Oscar als bester Film, für Regie (Todd Phillips) und den Hauptdarsteller holen. Joaquin Phoenix könnte im vierten Anlauf zu Oscar-Ehren kommen. Neben ihm sollten auch Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“), Laura Dern („Marriage Story“ und Renée Zellweger („Judy“) eine Rede parat haben.

Umso spannender ist der Wettkampf unter den Kandidaten als „Bester Film“. Neben „Joker“ mischen „The Irishman“, „1917“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ mit. Weitere Anwärter sind „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“, „Jojo Rabbit“, „Marriage Story“, „Little Women“ und „Parasite“.

Kritik an mangelnder Vielfalt

Regisseur Bong Joon Ho (Bild) wirbelt mit „Parasite“ die Oscars auf. Als „Internationaler Film“ ist ihm die Trophäe so gut wie sicher. Dort ist zum ersten Mal überhaupt ein Film aus Korea nominiert. Die Story einer ärmlichen Familie, die sich im Haus reicher Leute breit macht, hat sechs Chancen, auch als „bester Film“.

Die größte Gefahr für „Parasite“ kommt von Sam Mendes. Mit „1917“ drehte er seinen wohl persönlichsten Film, nach den Erzählungen seines Großvaters, der in den Schützengräben den Ersten Weltkrieg erlebte. „1917“ gewann bereits den Globe als bestes Filmdrama.

Überraschungen sind möglich, doch eines steht bereits fest: Die knapp 900 Mitglieder der Akademie setzen 2020 auf männerlastige Filme, überwiegend mit weißen Schauspielern. Die britisch-nigerianische Schauspielerin Cynthia Erivo, die in „Harriet“ eine Sklavenanführerin spielt, ist die einzige Schwarze unter den Nominierten für Haupt- und Nebenrollen. Die mangelnde Vielfalt löste in sozialen Netzwerken sofort Kritik aus, etwa unter dem Hashtag #OscarsSoMale. dpa (Bild: dpa)

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