Kultur

Comedy Martin Luding bespielt als „Caveman“ das Capitol

Parodien auf den kleinen Unterschied der Geschlechter

Archivartikel

Zum 16. Mal (!) kehrte Martin Luding als Caveman nach Mannheim zurück – und bot im Capitol gleich drei Soloabende. Mit der Hommage an den Jäger und die Sammlerin, die in ihrer Gegensätzlichkeit seit „Höhlen-Gedenken“ das Geschlechterverhalten prägen, verhält es sich wie mit „Dinner for one“: Das sind Kultstücke, bei denen sich das Publikum köstlich amüsiert – obwohl Inhalt und Gags längst bekannt sind. Das Geheimnis liegt in der immer wieder neu beflügelnden Spielfreude.

Quereinsteiger als Darsteller

Darauf versteht sich der Mimen-Quereinsteiger, der im ersten Berufsleben eine Firma für Immobilien betrieb. Mit Komik und Körpereinsatz bricht Luding eine Steinzeit-Lanze für den Durchschnitts-Mann, der die Aufforderung eines Kumpels „Lasst uns im Keller Sachen bohren“ als beredte Offenbarung empfindet – auch wenn danach der Worte genug gewechselt sind. Von wegen, die Herren der Schöpfung würden sich vor Arbeit im Haushalt drücken. Ein Mammut-Missverständnis, weil Grillen und Heckenschneiden als männliche „Außen-Haushalt-Domäne “ unterbewertet wird.

Luding wechselt furios zwischen Tom und Heike, sodass der Männerabend auch zum Mädelsabend wird: Weil sich beide Geschlechter in den Parodien wiedererkennen und gemeinsam über die kleinen und doch so großen Unterschiede lachen. Dass Frauen beim kommunikativen Info-Sammeln samt Shopping täglich 7000 Worte aus dem Mund sprudeln, während Männer als Fans vom „Rumsitzen, ohne zu reden“ mit 2000 Wörtern auskommen, belegt Luding auch non-verbal. Offen bleibt, worin der von deko-freudigen Damen beschworene Unterschied zwischen cremefarben und champagnerfarben besteht? Ach, es gibt noch so manches Mysterium zu enträtseln!