Kultur

Jazz im Quadrat Mit Pop, Funk und Rap will Pascal Blenke am Freitag dem Publikum im Mannheimer Club Ella & Louis einheizen

Pascal Blenke bietet heiße Mischung für kalte Tage

Mannheim.Ganz gleich, wie frostig der Winter in dieser Woche werden wird - am Freitag geht es auf jeden Fall heiß her im Mannheimer Musikclub Ella & Louis im Keller des Rosengartens. Denn beim „Jazz im Quadrat - Hautnah“-Konzert, das diese Zeitung gemeinsam mit Ella & Louis veranstaltet, steht dort am 11. Januar um 20 Uhr ein junger Sänger auf der Bühne, der dem Publikum mit jugendlichen Feuer einheizen will.

Das Rezept für die musikalische Wärmepackung ist vielversprechend. Denn der gerade mal 19-jährige Bandleiter bietet eine attraktive Stilmischung aus eingängigen Pop-Melodien, temperamentvollen Rap-Einlagen, rockigen Gitarren-Riffs und tanzbaren Funk-Rhythmen. Als Sänger gefällt Blenke mit geschmeidiger Phrasierung, starker Präsenz und einem sanften, hellen Timbre. Damit hat er unter den Nutzern des Morgenweb, des Internet-Auftritts dieser Zeitung, die Abstimmung für den „Jazz im Quadrat“-Auftritt gewonnen.

„Ich bin in Partybands großgeworden“, sagt Blenke, der an der Stuttgarter Musikhochschule studiert, im Gespräch mit dieser Zeitung. „Und da versucht man immer, das Publikum bei einem Konzert miteinzubeziehen. Da darf keiner sitzen bleiben.“ Das hat er sich auch für sein Konzert in Mannheim vorgenommen. Das ist eine Art Heimspiel; denn sein Vater kommt aus der Quadratestadt, hier leben auch mehrere Verwandte.

Seit anderthalb Jahren studiert Blenke in Stuttgart, er ist der einzige (männliche) Sänger im gesamten Studiengang. Durch die Ausbildung sei er „viel professioneller“ geworden, sagt er. Disziplin, Probenarbeit und Gespür für die Struktur von Auftritten habe er gelernt. Und Mut entwickelt, neue Sachen auszuprobieren: „Ich habe meine Ausdrucksfähigkeit erweitert“, bilanziert Blenke.

Beim Studium hat er außerdem gleichgesinnte Musiker getroffen. Sie teilen sein Ideal, „Musik in Popklänge zu kleiden, die nicht zu gefällig sein sollen“. Daniel Weiß (Piano), Valentin Koch (Gitarre), Daniel Pflumm (E-Bass) und Klemens Fregin (Schlagzeug) bilden ein junges Ensemble, das zwischen 21 und 24 Jahre alt ist. Ihr Gastspiel wird also dem Konzertmotto „Entdeckungen“ voll und ganz gerecht.

Wie viele Musiker seiner Generation ist Blenke durch unterschiedliche stilistische Einflüsse geprägt. In jungen Jahren durchlief er eine klassische Klavierausbildung. Als Sänger war dann der 2017 verstorbene Al Jarreau war sein erstes Idol. „Ich bewundere an ihm nach wie vor seine Fähigkeit, die Stimme wie ein Instrument einzusetzen. Und ich finde es genial, wie er in den Sound der Band eintaucht“, sagt Blenke. Auch er will kein Frontmann mit Begleitgruppe sein, sondern als Sänger Teil des Ensembles, dem er als Leiter viele solistische Freiheiten einräumt.

Andere wichtige Vorbilder waren Jan Delay - als Rapper, Jamie Cullum - wegen seiner Live-Darbietungen, und Roger Cicero - wegen seiner Fähigkeit, als Sänger rhythmisch flexibel mit der deutschen Sprache umzugehen. „Ich habe mit englischen Texten angefangen, aber mit deutschen Liedern kannst du einfach mehr Menschen erreichen“, erzählt Blenke. Bei „Jazz im Quadrat“ wird er Stücke in beiden Sprachen präsentieren - und zwar ausschließlich eigene Titel.

„Ich will textlich wie auch musikalisch ein weites Feld abdecken“, erklärt er. Seine Lieder erzählten von persönlichen Themen, auch von fiktiven Geschichten, und manchmal verwende er auch Sprachspiele. „Es gibt einen Song, in dem mache ich mir darüber Gedanken, was heute eigentlich noch ,normal’ ist.“ Ein anderes Lied dagegen setze sich mit dem Tod eines Bekannten auseinander. „Welcome“ wiederum („mein erster Song, von 2014“) fordert Offenheit gegenüber Flüchtlingen.

„Mir geht es immer darum, eine positive Botschaft zu übermitteln“, betont der Sänger. Groove sei ihm sehr wichtig - jenes unübersetzbare Zauberwort, das die Qualität bezeichnet, wenn die Musik wie von selbst dahinfließt. „Groove kann man nicht messen. Aber man spürt ihn. Wenn alle zusammen in der Band gut drauf sind - dann groovt’s“, sagt Blenke. Das sei ihm auch bei der Auswahl seiner Mitmusiker wichtig gewesen. „Ich hatte bei jedem von ihnen Spaß, ihnen beim Spielen zuzuschauen.“ Und so soll es auch dem Konzertpublikum gehen.