Kultur

Kulturhauptstadt II Bulgarische Metropole präsentiert mehr als 500 Veranstaltungen unter dem Motto „Zusammen“

Plowdiw setzt auf Miteinander ethnischer Gruppen

Archivartikel

Slawischstämmige orthodoxe Bulgaren, Katholiken, Protestenten, Türken aus der Zeit des Osmanischen Reiches, Juden, Armenier und Roma – in der bulgarischen Multi-Kulti-Stadt Plowdiw (siehe Landkarte) leben sie friedlich nebeneinander. „Zusammen“ lautet denn auch treffend das Motto der europäischen Kulturhauptstadt 2019 auf dem Balkan – die in einer auch von ethnischen Konflikten geprägten Region liegt. „Die Tradition des Zusammenlebens in Plowdiw setzt ein sehr gutes Beispiel“, sagt Gina Kafedschijan. Die stellvertretende Programmdirektorin der Stiftung Plowdiw 2019 belegt dies mit dem eigenen Familienhintergrund – sie selbst sei auch armenischer Abstammung.

Antike Mauern, Mosaiken und Säulen, ein römisches Stadion sowie die Dschumaja-Moschee aus dem 14./15. Jahrhundert sind heute Teil des Stadtzentrums und Kulissen des täglichen Lebens.

Etat in Höhe von 11,4 Millionen Euro

Die Einwohner sind vom Flair der Geschichte ihrer Stadt und vom Mix der Kulturen und Völker geprägt. Die Geschichte von Bulgariens zweitgrößter Stadt, die über mehrere Hügel angelegt ist, reicht 8000 Jahre zurück. Heute hat sie etwa 350 000 Einwohner.

Plowdiw präsentiert sich nun als facettenreiche Kulturhauptstadt, in der Geschichte und Gegenwart miteinander und voneinander leben. Plowdiw will Gäste aus ganz Bulgarien und Europa in mehr als 500 Veranstaltungen einbeziehen. Der Etat des Kulturprogramms beläuft sich auf knapp 11,4 Millionen Euro, erläutert der Vize-Chef der Stiftung Plowdiw 2019, Wiktor Jankow.

Verzicht auf Zentralereignis

„Das Kulturprogramm von Plowdiw hat absichtlich kein zentrales Event, weil es sehr vielfältige Ereignisse bietet“, erläutert Gina Kafedschijan. So stehen Festivals an wie etwa Opera Open, Plowdiw Jazz Fest sowie eine Woche der modernen Kunst und eine Puppenparade. Weitere Höhepunkte sind Theaterstücke sowie Ausstellungen – etwa über den Fall der Berliner Mauer.

Die Eröffnung am 12. Januar, inszeniert von dem Berliner Künstlerkollektiv phase7 performing.arts, ist als große Attraktion gedacht: Zu der Open-Air-Show mit einer Multimedia-Bühne erwarten die Veranstalter mehrere 10 000 Besucher. Getreu dem Motto „Zusammen“ ist das Medea-Projekt in Plowdiws römischem Theater geplant, womit die Minderheiten in Bulgarien Beachtung finden sollen. dpa

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