Kultur

Kabarett „Die Untiere“ sind in der Klapsmühl’ zu Gast

Pointen gut gelandet

Mannheim.Als sich der geniale „Dusche“-Texter Wolfgang Marschall genug geärgert hatte, dass andere den Applaus für seine Pointen kassieren, gründete er die „Untiere“, um selber abzuräumen. Die waren nun mit aktualisiertem Programm „Hinterm Großhirn brennt noch Licht“ in der Klapsmühl’ und sorgten für schrankenlosen Frohsinn.

Lady-Untier Marina Tamássy sang prächtige Chansons und hat sich neben ihrer Glanzrolle als Mutti Merkel jetzt auch Andrea Nahles draufgeschafft, ganz authentisch im Nadelstreifenanzug und dem derben Song „Bätschi in die Fresse rein!“ Am E-Piano sekundierte David Punstein, an der Gitarre Philipp Tulius, am Schlagzeug Marschall persönlich. Auch Gitarrist Tulius hat sich zum begnadeten Parodisten gemausert. In Tonfall und Mimik perfekt, switchte er von Ottfried Fischer zu Wilfried Schmickler und Rolf Miller – ein Brüller!

Amüsante Metaphern

Bekanntlich hat Leitwolf Marschall angesichts seiner morschen Knochen die Kunstform des Lesekabaretts erfunden. Die Viertelstündchen am Lesetisch im traulichen Lampenschein faszinierten wie immer durch des Meisters Sprachgewalt. Allein die Pilzmetapher! Wenn in ein Steinpilzgericht ein einziger Gallenröhrling (der Dobrindt unter den Pilzen) gerät, ist alles verdorben. In den Dax-Unternehmen haben leider die Gallenröhrlinge das Sagen. Er trauerte der SPD nach, dem glücklosen Messias aus Würselen, hat gar Sehnsucht nach Scharping. Ach, und diese Wortschöpfungen! „Wenn ich nasal sekretiere …“ Zum großen Showdown Marina als Merkel und mit umgetexteten Popsongs von „Happy Together“ bis „We Will Rock You“. Riesenapplaus.