Kultur

Kulturpolitik Serebrennikow in Russland weiter unter Hausarrest

Proben ohne Kontakt zum Regisseur

Die Stuttgarter Oper will die Proben zur Märchenoper "Hänsel und Gretel" durchziehen, obwohl bis zur Premiere kein direkter Kontakt zum in Russland unter Hausarrest stehenden Regisseur Kirill Serebrennikow möglich ist. Man gebe die Hoffnung aber noch nicht auf, dass der regierungskritische Theater- und Filmregisseur wenigstens zur Premiere am 22. Oktober nach Stuttgart kommen kann, sagte gestern ein Sprecher der Oper.

Das Projekt solle ohne den 48-Jährigen realisiert werden, mit dem absehbar nur über einen Anwalt kommuniziert werden könne. Man befinde sich "in hochsensiblen Detailabsprachen". Wie Serebrennikows Fassung von Engelbert Humperdincks Märchenoper doch auf die Bühne gebracht werden soll, wollen Intendant Jossi Wieler und weitere Verantwortliche am nächsten Dienstag mitteilen.

Serebrennikow, Leiter des Moskauer Avantgarde-Theaters "Gogol", steht seit Ende August unter Hausarrest. Die Ermittlungsbehörde wirft ihm vor, 68 Millionen Rubel (etwa eine Million Euro) staatlicher Förderungen unterschlagen zu haben. dpa