Kultur

Enjoy Jazz Mark Guiliana spielt im Ludwigshafener „Das Haus“

Pulsschlag der Musik

Er ist ein wahrer Hans Dampf in vielen Gassen. Der Drummer, dessen jazz-stilistisches Repertoire sehr breitgefächert ist, präsentiert mit seinem Projekt Beat Music bei Enjoy Jazz im Ludwigshafener Kulturzentrum „Das Haus“ diesmal seine Affinität zu elektronischer Musik mit natürlichem Schlagzeugsound. Es erinnerte ein bisschen an Drum ‘n Bass, wären da nicht seine häufigen Backbeat- und Metrenwechsel. Zusammen mit den beiden Keyboardern, Samuel Crowe aus Bristol und dem eher solistisch spielenden Wahl-New Yorker Nicolas Semrad sowie Chris Morrissey am E-Bass präsentiert Mark Guiliana ein rhythmisches Geflecht, wie es dichter nicht sein könnte.

Tanzbar, komplex, mit sehr sparsamen Akkordwechseln und meist flächig-elektronischen Sounds, kommen Beat Music daher, wobei der Bass ebenfalls rhythmisch, aber meist auf einer Harmonie dahinblubbert. Der einzige, der mit seinen sehr exakt und prasselnd getrommelten Beats die Klangflächen seiner Kollegen in kleine Teilchen zersplittert, ist Guiliana selbst.

Außergewöhnliches Erlebnis

Überhaupt sind es die verschiedenen Rhythmen, deren sich oft verlagernde Schwerpunkte die Musik des Quartetts wirklich interessant machen. Mit seiner hervorragenden Spieltechnik und exzellenten Rhythmik wirkt der Trommler, der als Sideman bereits auch mit Brad Mehldau oder Avishai Cohen spielte, tatsächlich wie ein, im positiven Sinn, „verrückter Hund“.

Denn seine ausgefeilten, intensiven Beats tragen eigentlich diese Musik alleine. Ohne ihn würde man der verschiedenen „Laborsounds“ wohl rasch überdrüssig. In dieser Kombination jedoch bleibt man neugierig auf die nächste rhythmische Wendung. Beat Music ist absolut der treffende Begriff für Guilianas derzeitiges Projekt. Denn genau um seine Beats – und nicht um irgendwelche solistischen Feinheiten – dreht sich in seiner Musik alles. Ein außergewöhnliches Klangerlebnis.

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