Kultur

Kunst UrbanArt Biennale 2019 Unlimited in Völklingen

Queen mit „Veilchen“

Archivartikel

100 Künstler, 120 Werke, 20 Länder, 4 Kontinente: Die 5. UrbanArt Biennale 2019 Unlimited wird bis 3. November in der Völklinger Hütte gezeigt. In einer zentralen Arbeit hat Queen Elizabeth in ihrem Ansehen deutlich eingebüßt. Statt einer Krone trägt sie einen Bananen-Kranz, und ihr aufmerksamer Blick wird durch ein „Veilchen“ getrübt. Fraglich, ob die britische Monarchin mit einem blauen Auge aus den Brexit-Verhandlungen herauskommt. Der Appell von Bananensprayer alias Thomas Baumgärtel ist eindeutig: „Stay with us“ (Bleibt bei uns) heißt es auf dem Bild in Pop-Art-Stil.

Wurzeln im Graffiti

Politische Statements wie diese sind typisch für UrbanArt-Künstler wie Baumgärtel, ebenso wie sein Erkennungszeichen, die Banane. Das allerdings mögen auch die einzigen Kategorien seien, in die sich die Arbeiten der Biennale im Weltkulturerbe Völklinger Hütte einordnen lassen. Die abstrakten Kunstwerke sind von Sonntag an zu sehen. Die Kunst hat ihre Wurzeln im Graffiti und gilt als so vielseitig wie kaum eine andere des 21. Jahrhunderts.

Das Motto „Unlimited“ (unbegrenzt) ist Programm. Die neueste Ausstellung „ist das größte und umfassendste Projekt zur UrbanArt in der Welt mit allen Möglichkeiten der Grenzüberschreitung“, sagte Generaldirektor Meinrad Maria Grewenig. Ein Schwerpunkt der Ausstellung seien spektakuläre Arbeiten, „die zeigen, dass UrbanArt mehr ist als Bilder in einem Ausstellungsraum“. Neben Kunst-Projekten sind auch Tanz-Performances Teil der Biennale.

In diesem Jahr sind laut Grewenig besonders viele Künstler vertreten, die sich mit dem Thema Industriekultur beschäftigten – besonders passend zum 25. Jubiläum der Ernennung der Völklinger Hütte zum Unesco-Weltkulturerbe. Grenzen bei UrbanArt gibt es nicht: Werke auf Leinwand oder Papier finden sich genauso wie auf Fliesen oder mit Bleiverglasung. Kalligraphisches oder Comicartiges genauso wie Humorvolles, Irritierendes oder Provozierendes. Zu den Ausstellern zählen bekannte Namen wie Miss Van, Shepard Fairey, Cope2, Rammellzee, die Fotografin Martha Cooper und „Mambo“ alias Flavien Demarigny aus Chile. dpa