Kultur

Klassik Quatuor Akilone beim Schwetzinger Mozartfest

Raffinierte Klänge

Archivartikel

Ja, wir alle leiden unter der Corona-Pandemie. Wir können nicht nach Belieben Feste feiern, häufig müssen wir Abstand halten und Masken tragen. Aber das ist noch einmal etwas ganz anderes als die Beschränkungen, die für frei arbeitende Musiker und viele andere Menschen im Kunstbetrieb gelten: Sie können ihren Beruf nicht oder nur sehr eingeschränkt ausüben – was in der Regel mit erheblichen finanziellen Konsequenzen verbunden ist.

Die Erleichterung über die schiere Tatsache, dass jetzt wieder ein Konzert im Rahmen des Schwetzinger Mozartfestes stattfand, war also buchstäblich mit Händen zu greifen, auch wenn man dafür viele organisatorische Einschränkungen (stark reduzierte Besucheranzahl) in Kauf nehmen musste.

Anders als gewohnt

Zu Gast waren bei diesem Konzert im Schwetzinger Schloss, das so ganz anders war, als man das gewohnt ist, das aus Frankreich stammende und aus vier jungen Damen bestehende Quatuor Akilone. Es klingt allzu wohlfeil und nach einem etwas abgeschmackten Klischee, im Spiel französischer Interpretinnen Klangraffinesse, Sinnlichkeit und Sensibilität zu entdecken. Aber tatsächlich sind genau das die Begriffe, mit denen sich ihre Interpretationen zutreffend beschreiben lassen.

Am deutlichsten vielleicht in Maurice Ravels Streichquartett F-Dur, einem Schlüsselwerk des musikalischen Impressionismus. Was bei Mozarts D-Dur-Quartett KV 575, mit dem der Abend eröffnet wurde, stellenweise noch etwas unrund, nicht immer hundertprozentig sauber und deshalb nicht ganz souverän geklungen haben mag, löste sich bei Ravel in eine beeindruckende Souveränität auf.

Im Übermaß

Alles war jetzt im Übermaß vorhanden: Klangschönheit, Radikalität, Kontrastreichtum. Schließlich Beethovens cis-moll-Quartett op. 131: Im wunderbaren Variationssatz präsentierte sich jede der vier Musikerinnen quasi als Solistin, gleichzeitig war der Satz eine lehrreiche Studie in Zusammenspiel und Perfektion. Beglückte Reaktionen im Publikum und eine kleine Zugabe (von Antonín Dvorák) gab es auch noch. Also alles wie in einem ganz normalen Konzert.

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