Kultur

Nachruf Trauer um DAF-Sänger „Gabi“ Delgado-López

Rammsteins Wegbereiter

Der Gründer der Electro-Punk-Band Deutsch-Amerikanische Freundschaft (DAF), Gabriel „Gabi“ Delgado-López, ist tot. Der Sänger starb am Sonntag in einem Krankenhaus in Portugal im Alter von 61 Jahren, wie sein Manager Olaf Strick der dpa in Berlin am Dienstag unter Berufung auf die Familie bestätigte. Zuvor hatten DAF-Mitgründer Robert Görl und die Band von dem Tod auf ihren Facebook-Seiten berichtet. Der wegweisende Schlagzeuger Görl und Delgado-López gründeten Ende der 1970er Jahre DAF. Mit den harten, weitgehend auf elektronische Beats reduzierten Klängen beeinflussten sie nachhaltig die New-Wave-Bewegung in Deutschland und die später daraus hervorgegangene Neue Deutsche Welle.

Wegen des harten Sounds, militärischer Kurzhaarschnitte, Lederoutfits und zumindest bewusst missverständlicher Textpassagen („Tanz den Adolf Hitler“ in „Der Mussolini“) sah sich DAF immer wieder mit Diskussionen um extrem rechte Tendenzen konfrontiert. Dadurch gelten sie sowohl musikalisch als auch im kontroversen Spiel mit Tabus als Wegbereiter von Rammstein.

2012 in der Alten Seilerei

Delgado-López wurde in Córdoba in Spanien geboren. Mit seiner Familie kam er in den 1960er Jahren nach Deutschland und lebte in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen. Nach einigen Jahren in London lebte er von Mitte der 1980er Jahre an in Berlin. Später ging er wieder nach Córdoba und lebte zuletzt mit seiner Frau Jane in Portugal. Nach verschiedenen Techno- und House-Projekten tourte Delgado-López zuletzt wieder mit der zwischenzeitlich aufgelösten, aber wieder neu vereinigten DAF. Im Dezember 2012 spielten sie ein mitreißendes Konzert in der Alten Seilerei Mannheim, zwangsläufig mit weniger subversivem Biss als in den 1980ern. 

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