Kultur

Kulturrätsel (Teil 1) Gesucht wird der Titel eines Romans

Ratschlag von zweifelhafter Moral

Archivartikel

Im ersten Teil des Rätsels geht es um Literatur und näherhin eine Berufsgruppe. Die Titelfigur des gesuchten Romans ist eine weibliche Vertreterin der Zunft. Prominenz erlangte sie indes nicht dadurch, sondern weil eine Autorin um sie eine unterhaltsame Geschichte gestrickt hat. Beim Lesepublikum hatte die Autorin viel Erfolg damit. Und die gleichnamige Verfilmung war dann ebenso die logische Konsequenz wie mehrfache Übersetzungen in andere Sprachen.

Die Autorin verbuchte mit dem Roman nicht ihren ersten Erfolg, aber einen ihrer größten – und das will angesichts ihrer anhaltenden Popularität schon etwas heißen. In ihren Büchern sind die Menschen nicht unbedingt nett zueinander, grundweg sympathisch wirken sie ebenfalls nicht, aber doch immer so, dass man als Leser gut verstehen kann, warum sie handeln, wie sie eben handeln.

Sie tun das in Geschichten, die Krimis heißen können, aber keine typischen Vertreter dieses Genres sind. Es gibt darin zwar irgendwie Mord und Totschlag; vor Gericht wäre es aber wohl recht kompliziert, das eine oder andere Tatmerkmal solcher Kapitalverbrechen überzeugend an den Vergehen festzumachen. Niedere Beweggründe gibt es hier freilich schon, Neid oder Gier, diese aber erscheinen in den Romanen weniger verachtenswert als vielmehr sehr menschlich.

Im gesuchten Buch gibt es eine Rahmenhandlung, die in einer Heidelberger Klinik angesiedelt ist. Eine Frau, die Titelfigur, erzählt einer anderen ihre Geschichte. Sie beginnt mit ihrer Schwäche für bestimmte Männer und erzählt dann von ihrer großen Liebe, für die sie buchstäblich über Leichen ging. Trotzdem entfremdeten sich die Zwei irgendwann; die Hauptfigur, übrigens Akademikerin, beginnt eine neue Beziehung, wobei der Partner zu Handgreiflichkeiten neigt. Also folgt Partner Nummer drei. Die Frau hat ein bewegtes Leben, so viel steht fest. Und fest steht für sie auch, dass die Mitpatientin gut daran täte, ihrem Rat zu folgen. Wundert es noch jemanden, dass dieser Rat moralisch nicht einwandfrei ist? Über den Beruf der Titelfigur und andere Vertreter desselben sagt all das übrigens (hoffentlich) nichts aus. tog

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