Kultur

Kulturpolitik Serebrennikow erhält Bewährungsstrafe

Regisseur will Revision

Archivartikel

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow bleibt nach einer umstrittenen Verurteilung wegen Betrugs in Freiheit. Ein Bezirksgericht in Moskau verurteilte den 50-Jährigen am Freitag zu drei Jahren Haft – die Strafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. Es sei nicht nötig, ihn von der Gesellschaft zu isolieren, sagte die Richterin Olessja Mendelejewa der Agentur Interfax zufolge. Zudem sollten er und sein Team die veruntreute Summe von 129 Millionen Rubel (1,6 Millionen Euro) in die Staatskasse zurückzahlen.

Vor dem Gerichtsgebäude brach Jubel bei den Demonstranten aus. Einige weinten vor Erleichterung, dass der Star nicht ins Gefängnis muss. Er selbst sei nicht zufrieden mit dem Urteil, sagte Serebrennikow. Sein Verteidiger Dmitri Charitonow kündigte an, dagegen vorzugehen. Der Richterspruch sei noch nicht rechtskräftig. Serebrennikow sagte unter Beifall seiner Fans: „Danke für Eure Unterstützung. Danke, dass Ihr an unsere Unschuld glaubt. Für die Wahrheit muss man kämpfen.“

Eingesetzt hatten sich für den Künstler auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und internationale Stars. Auch die deutsche Theaterszene protestierte vor der russischen Botschaft in Berlin. 

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