Kultur

Tanz Grupo De Encontro spielt vor dem Eintanzhaus

Samba wie im Hinterhof

Archivartikel

Es könnte nicht besser sein. Ein angenehmes Lüftchen weht an diesem Nachmittag vorm Eintanzhaus in den Mannheimer Quadraten G 4,4 und bremst die Sonne aus. Obwohl erst recht die kurpfälzische Hitze der vergangenen Wochen dem brasilianischen Samba einen idealen Rahmen verliehen hätte. Aber allein schon die Idee ist grandios, einen Samba Pagode – jenen Samba der brasilianischen Hinterhöfe – in die Quadrate zu bringen. Und der funktioniert eben so, dass sich die Musiker rund um einen Tisch herum platzieren. Für die Zuhörenden oder Tanzenden ergibt sich aus dieser Anordnung eine unmittelbare Nähe zu den Spielern und Sängern.

Sanfte bis fordernde Stimme

Mit der in Mannheim ansässigen Grupo De Encontro feiert das Künstlerkollektiv vom Eintanzhaus den Einstieg in die Sommerpause. Auf dem kleinen Platz vor der ehemaligen Trinitatiskirche sitzen zehn Musiker am Tisch. Nur die elfte im Bunde, die Sängerin Juliana Blumenschein, steht aufrecht und singt oder stellt die Stücke und die Musiker vor. Die Zuhörerschaft hat sich locker um diesen musikalischen Mittelpunkt platziert und sitzt zum Teil auf den Treppenstufen der Kirche.

Die feurigen Klänge von Schlaginstrumenten, Gitarren, einer Posaune und einer Querflöte sowie der bald sanft, bald fordernden Stimme von Blumenschein verleihen dem Ort eine familiäre Stimmung wie in einem Hinterhof. Das Wetter meint allerdings, mit Donnerschlag dem brasilianischen Rhythmus nacheifern zu müssen. Doch das tut dem Fest keinen Abbruch. Denn die Klassiker der brasilianischen Folklore lassen sich in der ehemaligen Kirche ebenso gut hören und tanzen.