Kultur

Kabarett Arnulf Rating belebt das Mannheimer Schatzkistl

Satire mit Schlagzeilen

Archivartikel

Wenn das neue Jahr beginnt, blickt manch ein Kabarettist gern zurück –auch Arnulf Rating. Nicht zum ersten Mal begeistert der Mann mit dem lang gezüchteten Glatzen-Haarkranz („meine Frisur ist umgekehrt zu jener von Kim Jong-un“) im vollen Mannheimer Schatzkistl: Klar hat er zum Presserückblick einen Koffer mit Zeitungen mitgebracht, längst sein Markenzeichen.

Köstlich, wie er mal launig-lustig, dann wieder bizzar-bissig an Hand von Schlagzeilen die hinter uns liegenden zwölf Monate seziert wie karikiert. Und dabei bietet ihm die eine oder andere heiß diskutierte Titelseite eine bitterböse Vorlage: wie jene der TAZ mit dem in Riesenlettern gedruckten Kommentar zum Abschluss der Vatikan- Missbrauchskonferenz : „Papst zieht den Schwanz ein“. Natürlich darf Greta in dem verbalen Parforceritt nicht fehlen. Aber anders als viele Kollegen, die über die bezopfte Klimaschützerin kalauern, sinniert der 68-Jährige: „Erstaunlich, was aus einem werden kann, wenn man jeden Freitag die Schule schwänzt!“

Witze über Flughafen

Als Rheinländer mit Berlin als Wahlheimat fliegt er auf die schier unendliche Bau-Geschichte des Hauptstadt-„Fluchhafens“, der am 31. Oktober endlich eröffnen soll. „Ob Halloween ein guter Termin ist?“, unkt Rating. Seinen druckerschwarzen Humor saugt er auch aus Boulevardblättern. Zum Amüsement des Publikums schlüpft der Rückschauer mit Durchblick zwischendurch in Rollen – beispielsweise in jene eines Bundeswehroffiziers mit „googelsicherer“ Weste, der beklagt, dass sowohl deutsche Waffen als auch Fußballer nicht mehr richtig zu schießen vermögen.

Zum Thema