Kultur

Kunst Street-Art-Künstler Shepard Fairey in der Galerie Kasten

Schau „Your eyes here“ zeigt Siebdrucke aus zehn Jahren

Angefangen haben sie auf der Straße. Bei Nacht. Haben Wände besprüht, wollten ihre Proteste öffentlich machen. Ohne Galerie, ohne Museum. Wie die meisten Street-Art-Künstler hat auch Frank Shepard Fairey begonnen – und hatte als vierzehnjähriger amerikanischer Junge einen Traum: Er wollte berühmt werden. Heute hat er ein Atelier und gehört zu den bekanntesten Künstlern seines Formates. Vor zwölf Jahren ist ihm Friedrich W. Kasten auf die Spur gekommen.

Und deshalb bereichern Faireys Siebdrucke aus den vergangenen zehn Jahren ganze Wände von Kastens Galerie. Das Multitalent Fairey – DJ, Designer, Illustrator, Grafiker – arbeitet nicht, wie Kampagnekünstler es meist tun, anonym. Nein. Er ist unter dem Zusatznamen „Obey Giant“ bekannt. Frei übersetzt heißt „obey“ „sei gehörig“ oder „folge meiner Aufforderung“ – die Aussage will er kritisch hinterfragt sehen. Angefangen hat Obey mit Illustrationen. Der Wrestler Hulk Hogan und dessen Gegner André the Giant gaben ihm Anstöße. Motive wie die geballte Faust oder Giants Konterfei sind bis heute in seinen Werken zu entdecken. Der Durchbruch gelang Fairey mit einem ikonischen Plakat, das er ohne Auftrag erstellte: Im Wahlkampf 2008 porträtierte er Barack Obama, um ihn zu unterstützen. Das Poster brachte ihm einen Rechtsstreit um die Urheberschaft ein.

Pazifistische Kernbotschaft

In all seinen Arbeiten stellt Obey politische und gesellschaftliche Fragen zur Disposition. Eigene Reflexionen verpackt er in großformatigen Wandmalereien (so genannten Murals), seinem gefragten Designer-Label oder eben in Plakatkunst, wie sie in der Werderstraße zu sehen ist. In Elementen des Jugendstils, in denen Positives wie Negatives nebeneinander steht, oder Anklängen an die „Tudor-Rose“ – die die Vereinigung der Häuser Lancaster und York in der Dynastie der Tudors symbolisiert und somit zur Versöhnung mahnt –, ist Obeys Botschaft klar zu erkennen: „Make Art, not War“. Friedrich W. Kasten fasst es so zusammen: „Passt auf! Seid friedlich!“