Kultur

Comedy Faisal Kawusi bringt Publikum im Capitol zum Lachen

Scherze über Klischees

Archivartikel

„Deutsche und Afghanen unter-scheidet nur das Aussehen“, ruft der Frankfurter Comedian Faisal Kawusi im Capitol. Augenblicklich bricht das Mannheimer Publikum in schallendes Gelächter aus.

Kawusi stammt aus Afghanistan und arbeitete ursprünglich als Bankkaufmann. Sein Vater war von der Idee des Sohnes, Komiker zu werden, nicht sonderlich begeistert. Doch der Erfolg gibt dem Bühnentalent Recht: 2014 war Faisal Kawusi Gewinner des Mannheimer Comedy Cups und Constantin-Preisträger. Seit diesem Jahr läuft seine eigene Fernsehshow auf Sat.1.

Kalauer kommen gut an

Orientalische Musik dröhnt aus den Lautsprechern. Schwungvoll läuft der 1,90 Meter große und rund 140 Kilogramm schwere Witzbold ein. Sofort geht Kawusi auf Tuchfühlung mit dem Publikum und begeistert durch Schlagfertigkeit und Selbstironie: „Wieso seid ihr zu spät gekommen?“, fragt er ein Pärchen. „Wir waren noch bei McDonald’s, antwortet der Gast. „Das verstehe ich gut“, entgegnet ihm Kawusi und deutet auf seinen Bauch. „Ich liebe Kinder, weil die sagen, was sie denken. Aber nicht wie Katholiken, ich bin Moslem“, scherzt er und zieht seine Augenbrauen hoch, um die Dramaturgie zu verstärken. Pause.

Kawusi wird jetzt politischer, derber. Er deutet auf den Boden. „Ein Haufen Kot, ich taufe dich Donald“, schreit er. Seine Fans prusten vor Lachen. Der Comedian trifft die Stimmung seiner Gäste. „Wir vergessen, Deutschland zu lieben und zu schätzen“, stellt er fest. Applaus. Nach rund zwei Stunden ist die Show vorbei, doch für den elfjährigen Jeremias hat er noch eine DVD und eine wichtige Botschaft: „Verwirkliche deine Träume und lass dir von niemandem hereinreden.“ Das Publikum spendet Beifall. Erstklassige Unterhaltung.