Kultur

Kunst/Schauspiel Klinikum empfängt Industrietempel

Schlaflied in Tiefgarage

Archivartikel

Manch ein Patient mag mächtig verstört sein beim Anblick dessen, was sich da vor dem Universitätsklinikum abspielt. Dort findet, zum wiederholten Mal, die Stationen-Performance „Die Lichtbrunnen“ statt. Darin verschmelzen verschiedene Kunstformen wie Tanz, Schauspiel, Gesang mit elektronischer Musik und Lichteffekten zu einem interessanten Gesamtkunstwerk.

Los geht es am Haupteingang des Klinikums, wo zwei Tänzerinnen zu den orchestralen Klängen von „My Heart’s in the Highlands“ auf das einstimmen, was kommen soll. Dann beginnt Simone Zillhardt, die etwas entrückt daherkommende „Wächterin der Lichtbrunnen“, die Besucher in eine bizarre Welt eintauchen zu lassen. Zunächst führt der Rundgang durch den Vorgarten des Klinikums. Eine erste Szene zeigt ein Glückliches Beisammensein am Lagerfeuer. Diese wird mit weiß geschminkten, ein wenig furchteinflößenden Gestalten kontrastiert. Sie finden sich versteckt in Bäumen und hinter Zäunen.

Am Ende geht der Mond auf

Schließlich kommt die Gruppe an den Oberlichtern des Parkhauses an, den Lichtbrunnen. Von den Geländern dieser beobachten die Besucher verschiedene Performances. Diese erzählen eine Geschichte, die das bei diesem Veranstaltungsort naheliegende Thema Leben und Sterben im Krankenhaus aufgreift. Von in Krankenbetten liegenden Sängern über Ausdruckstänzer bis zu von harten elektronischen Klängen untermalten, pulsierenden Mustern, die auf Tücher projiziert werden, bedienen sich die Künstler einem weiten Ausdrucksrepertoire.

So gelingen eindrucksvolle Bilder. Zum Schluss werden die Gäste hinuntergeführt in den Parkhausbereich, wo sie von den versammelten Künstlern erwartet und, der späten Uhrzeit angemessen, mit dem Schlaflied „Der Mond ist aufgegangen“ verabschiedet werden.

Organisiert wurde die Performance vom Industrietempel, einem Verein, der es sich zum Ziel gemacht hat, Kunst in die industriellen Landschaften Mannheims zu bringen – und das seit 1999 mit Performances.