Kultur

Jazz Erwin Ditzner vertont Ludwigshafener Brückenabriss

Schlagzeuger Erwin Ditzner filmt und vertont Hochstraßen-Abriss

Ludwigshafen.Die schaurig-schöne Ästhetik von Abbrucharbeiten hat schon seit langem Industrial-Bands wie die Einstürzenden Neubauten inspiriert. Jetzt zeigt sich auch der Ludwigshafener Schlagzeuger Erwin Ditzner fasziniert von der besonderen Aura der Destruktion. Er hat den Abriss der Hochstraße gefilmt und mit dem Gitarristen John King vertont, der in Mannheim durch seine Kompositionen für die frühere Tanzcompagnie von Kevin O’ Day am Nationaltheater in Erinnerung sein dürfte.

Unter dem Titel „South Bridge“ kann das Video auf Ditzners Youtube-Kanal und auf seiner Instagram-Plattform aufgerufen werden. Zu sehen sind die riesigen Abbruchzangen, deren stählerne Greifer wie die Reißzähne eines gefräßigen Urzeit-Monsters Stahl- und Betonbrocken aus dem Brückenaufbau herauszerren. Unterlegt ist die Szenerie mit unwirtlichen Synthesizer-Geräuschen, zischenden Elektronik-Sounds, stampfenden Beats, fauchenden Gitarren-Klängen. Und jedes Mal, wenn ein Stück aus der Brücke herausgebrochen wird, ist ein Brüllen zu vernehmen, als würde da ein Drache wüten. Auf surreale Weise wirkt das Drei-Minuten-Werk wie eine Art Industrial-Funk-Rock.

Internet-Nutzer sind begeistert

Die Internet-Gemeinde hat ihren Spaß an dem Spektakel. „Sieht aus wie ,Jurrasic Park’“, findet etwa eine Besucherin seiner Instagram-Seite aus Speyer. „Haha“, freut sich ein anderer weiblicher Gast, „sieht wie ein Monster aus.“

„South Bridge“ ist bereits der 13. Beitrag, den Erwin Ditzner seit März aus seinem Corona-Homeoffice ins Netz gestellt hat. Der Lockdown trifft ihn besonders hart, weil er keinen Lehrauftrag an einer Musikschule hat, sondern einzig und allein von Konzertauftritten lebt.


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