Kultur

Das große Kulturrätsel 1 Gesucht wird eine tragische literarische Figur, die in einer Hafenstadt lebt

Schlimme Folge der Eifersucht

Was einstmals unbedenklich schien, kann später viel Anstoß erregen. So geht das eben zuweilen, deshalb muss aber bestimmten Menschen, denen früher etwas leicht über die Lippen ging, nicht gleich etwas Schlechtes nachgesagt werden, das man heute mit dem entsprechenden Wort oder Sachverhalt verbindet. In der ersten Rätselfolge geht es um eine Hauptfigur eines Herrn, der selbst eine absolute Hauptfigur der europäischen Literatur gewesen ist, vielleicht der größte Autor der Neuzeit überhaupt.

Bis heute zählen seine Stücke zu den meistgespielten auf den Bühnen dieser Welt – den Brettern, die die Welt bedeuten, wie Friedrich Schiller einmal formulierte, der selbst ein großer Bewunderer des Anderen war und zuweilen auch als der „deutsche ...“ charakterisiert wurde. Wobei des Anderen Name hier eben noch zu ergänzen wäre.

Gesucht ist nun aber nicht der Autorenname, sondern der einer Figur, die durch ein heute in Misskredit stehendes Substantiv im Stücktitel gekennzeichnet ist. Eine italienische Hafenstadt ist im Titel ebenfalls erwähnt, und zwar dieselbe Stadt, die in einem anderen Werktitel des Autors vorkommt – im Titel eines anderen Stücks wohlgemerkt, das selbst als wesentlich problematischer erscheinen muss als das hier und heute infrage stehende Werk. Und nebenbei: die von Schiller in einem Titel erwähnte italienische Hafenstadt ist es nicht. Aber jedenfalls wurde öfter schon die Frage aufgeworfen, inwieweit das andere Stück antisemitische Klischees aufgreift.

Die gesuchte Titelfigur wirkt fremdartig in der Stadtgesellschaft, in der sie lebt, weil sie eine andere Hautfarbe hat. Jüngere Inszenierungen des Stücks haben das regelmäßig ins Zentrum ihrer Deutung gestellt. Und die Figur hat zweierlei Eigenschaften, die der tragischen Handlung Vorschub leisten – sie ist vertrauensselig einem falschen Freund gegenüber und ist daneben auch noch eifersüchtig. Also kommt es, wie es kommen muss, denn unser Stück ist ja eine Tragödie. Die Titelfigur tötet zunächst eine ihm nahestehende Person und bald danach auch sich selbst.

Auch in Opern verewigt

Anfang des 17. Jahrhunderts ist das Stück geschrieben worden. Der Stoff wurde nicht vom Autor ersonnen, sondern stammt aus einer italienischen Quelle, einer Novellensammlung des Schriftstellers Giambattista Giraldi (genannt Cinzio), der im 16. Jahrhundert lebte. Ob dieses Detail noch nötig ist, um die Suche nach der literarischen Figur zu erleichtern? Wichtiger könnte sein, dass sowohl Gioachino Rossini als auch Giuseppe Verdi dem Stoff eine Oper gewidmet haben. Der gesuchte Name besteht jedenfalls aus sieben Buchstaben (als Operntitel aber je nur aus sechs). Und zum Lösungswort des ersten Teils des Kulturrätsels wird davon der fünfte gebraucht.

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