Kultur

Auszeichnung Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an Aleida und Jan Assmann, der vor seiner Emeritierung an der Universität Heidelberg Ägyptologie lehrte

Schöpfer wichtiger Debattenbeiträge

Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten in diesem Jahr die Kulturwissenschaftler Aleida und Jan Assmann. Dies gab der Börsenverein – die Dachorganisation der Buchbranche – am Dienstag bekannt. Das Ehepaar habe ein Werk geschaffen, „das für die zeitgenössischen Debatten und im Besonderen für ein friedliches Zusammenleben auf der Welt von großer Bedeutung ist“, begründete der Stiftungsrat. Die renommierte Auszeichnung wird zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober in der Paulskirche verliehen.

Das vielfach wissenschaftlich ausgezeichnete Ehepaar Assmann, das fünf Kinder hat, lebt in Konstanz. Jan Assmann arbeitete lange Jahre als Ägyptologe in Heidelberg. Es ist das zweite Mal, dass ein Paar den Preis bekommt. 1970 erhielten die beiden schwedischen Friedensforscher Alva und Gunnar Myrdal die Auszeichnung. 

Erinnerungskultur als Tugend

Die Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann (71) machte sich mit Studien zur Erinnerungskultur einen Namen. „Angesichts einer wachsenden politischen Instrumentalisierung der jüngeren deutschen Geschichte leistet sie in hohem Maße Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation“, so der Stiftungsrat. Ihr Werk weise darauf hin, dass ein ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit Bedingung für ein friedliches Miteinander sei.

Der Ägyptologe Jan Assmann (79) hat mit seinem umfangreichen wissenschaftlichen Werk internationale Debatten zu kulturellen und religiösen Grundfragen angestoßen. Mit seinen Schriften zum Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch habe er einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen geleistet, heißt es in der Begründung weiter.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gehört zu den bedeutendsten Kulturauszeichnungen des deutschsprachigen Raums. Mit dem Preis werden seit 1950 Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland geehrt. Im vergangenen Jahr erhielt die kanadische Autorin Margaret Atwood die Auszeichnung.

Der mit 25 000 Euro verbundene Preis geht dem Statut zufolge an Persönlichkeiten, „die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen“ haben.