Kultur

Corona-Folgen Veranstalter und Musiker bangen um Existenz

„Schutzschild erweitern“

Archivartikel

Die Finanzhilfen, die von der Bundesregierung am Donnerstag auch für die Kreativwirtschaft angekündigt wurden, werden von den Betroffenen im Veranstaltungs- und Musikbereich zwar dankbar aufgenommen. Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) sieht aber auch Bedarf, den Schutzschild aus unter anderem erleichterten Kreditvergaben und flexiblerem Kurzarbeitergeld noch zu erweitern, wie es in einer Mitteilung vom Montag heißt. Diese Maßnahmen seien „nicht geeignet, die nun durch mehrwöchigen Veranstaltungsausfall wegbrechenden Einnahmen sowie vor allem die bereits investierten Vorkosten von geplanten Konzerten und Tourneen zu kompensieren“.

Zusätzlich zum Berliner „4-Säulen-Schutzschild“ schlägt der BDKV deshalb unter anderem vor, dass der Kaufpreis von Karten für eine behördlich abgesagte Veranstaltung nur zwingend erstattet werden müsse, wenn kein Ersatztermin innerhalb von 365 Tagen angeboten werden könne. Andernfalls würde man gern Gutscheine anbieten. Zudem fordert die Branche klare behördliche Anordnungen von Absagen und Verlegungen, da bei bloßen Empfehlungen keine Rechtssicherheit aufgrund höherer Gewalt besteht, wie BDKV-Präsident Jens Michow im Interview mit dieser Redaktion erklärt hatte.

1000 Euro Grundeinkommen?

Unterdessen ruft die Deutsche Orchester-Stiftung zu Spenden auf, um freischaffenden Musikern nach Konzertabsagen in Folge des Coronavirus zu helfen. „Die Lage der freiberuflichen Musikerinnen und Musiker ist dramatisch“, sagte der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Gerald Mertens, am Montag. Betroffene könnten weder auftreten noch unterrichten. Eine Lohnfortzahlung gebe es nicht. „Für viele könnten die Krisenprogramme zu spät kommen.“ Der Deutsche Musikrat forderte ein auf sechs Monate befristetes Grundeinkommen in Höhe von 1000 Euro für Betroffene. Bei den niedrigen Einkommen von freiberuflichen Musikern sei „kein Spielraum für Rücklagen gegeben“, betonte Musikrat-Generalsekretär Christian Höppner. jpk/dpa

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