Kultur

Buchmesse Frankfurter ziehen erste positive Bilanz

„Sehr gut“ angenommen

Die Frankfurter Buchmesse hat ihre Verlegung ins Internet nach dem ersten Messetag positiv bewertet. Die Branche habe das digitale Angebot insgesamt „sehr gut angenommen“, sagte eine Sprecherin der Buchmesse am Donnerstag. Verlage und Aussteller hätten mehr als 6700 Themenkacheln mit Neuerscheinungen online gestellt. Die Teilnehmerzahlen der im Internet ausgerichteten Fachkonferenzen lagen den Angaben zufolge teilweise weit über denen, die in der Vergangenheit bei vergleichbaren Tagungen vor Ort erreicht wurden.

Ulrich Wellhöfer, der mit seinem Mannheimer Verlag an der virtuellen Buchmesse teilnimmt, will das aktuelle Konstrukt jetzt noch nicht abschließend bewerten: „Was ich bis jetzt sehe, finde ich durchaus originell und innovativ.“ Beim Erlebniswert der Digitalformate sei er allerdings etwas skeptisch. „Da sind mir das natürliche Live-Erlebnis am Messestand und analoge Formate lieber“, sagte er im Gespräch mit dieser Redaktion.

Als kleiner Verlag sichtbarer

Ein Vorteil zeichne sich aber jetzt schon ab: „Normalerweise können wir uns auf der Buchmesse nicht groß um das Lizenzgeschäft kümmern. Das läuft eher nebenbei. Im Pool der Lizenzanbieter ist die Transparenz digital besser, als kleiner Verlag hat man mehr Sichtbarkeit. Die Schwelle ist niedriger“, beobachtet Wellhöfer. Er sei verhalten optimistisch, dass sein Verlag nun Buchlizenzen ins Ausland absetzen könne.

Wegen der Corona-Pandemie findet die 72. Ausgabe fast ausschließlich online statt. Das Programm für die Fachbesucher war von Anfang an nur in Form digitaler Konferenzen geplant. Die Hallenausstellung – der Kern der Messe seit sieben Jahrzehnten – und die Publikumstage waren Anfang September abgesagt worden. 

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