Kultur

Nachruf US-Schriftsteller Tom Wolfe mit 88 Jahren gestorben

Shermans Schöpfer

Da ist Sherman McCoy, Wertpapierhändler an der New Yorker Wall Street. Er hält sich für einen „Master of the Universe“ – weil er und seine Meisterkollegen mit schnellen Geschäften glauben, das Universum zu beherrschen und beweglich zu halten. Und dann droht er doch über eine allzumenschliche Affäre zu stolpern. McCoy ist (nur) eine Hauptfigur in einem Roman des Schriftstellers Tom Wolfe (Bild), doch er ist die wohl bekannteste – so wie das 1990 von Brian de Palma mit Tom Hanks verfilmte Buch „Fegefeuer der Eitelkeiten“, das vom Abstieg McCoys erzählt, der bekannteste Roman von Wolfe ist. Gestern wurde bekannt, dass der US-amerikanische Autor, der gerne als Selbstdarsteller auftrat, im Alter von 88 Jahren gestorben ist. Seine Agentin bestätigte dies der Deutschen Presse-Agentur.

In Erinnerung bleiben wird er zumal hierzulande vor allem durch den erwähnten, 1987 erschienenen Roman, der eine glückliche Mischung aus Anspruch und Lesbarkeit darstellt – und der sich wie andere Bücher Tom Wolfes am Rande der Satire bewegt. Wolfe schrieb Essays und Reportagen, bevor er sich faktenorientierten „Reportageromanen“ widmete. Der sozialen Wirklichkeit blieben dann auch die fiktionale Romane Wolfes verpflichtet, so auch das 1998 erschienene Porträt eines Immobilienmaklers mit dem Titel „Ein ganzer Kerl“.