Kultur

Konzert in der Würzburger Posthalle Manfred Mann’s Earthband überzeugte ihr Publikum

Sie erledigten ihren Job hervorragend

Archivartikel

Überraschungen bei einem Auftritt von Manfred Mann’s Earthband? Mitnichten. Will das einer? Keinesfalls! Die Band um den mittlerweile 78-jährigen Südafrikaner ließ am Donnerstag in der Würzburger Posthalle nicht nur einen Hauch „Seventies“-Wind wehen, sondern blies aus allen Rohren den Sound der guten, alten Zeit, als die Refrains noch zum Mitgröhlen und die Soli noch lang waren und ein guter Live-Song nicht unter fünf Minuten Spielzeit abgehandelt wurde.

Garantie an Qualität

Dass die in den 1970er-Jahre gegründete Band noch immer eine Location wie die Posthalle bestens füllt, spricht für diese Ausdauer und Garantie an Qualität. Das Publikum besteht dabei nicht nur aus „Oldies“, wie es die Mannen auf der Bühne selbst sind. Auch zahlreiche jüngere Hörer mischen sich unters Volk, das die Freude am „Classic Rock“ eint. Davon gibt es bei der Earthband mehr als genug, und das auch noch mit Hits. Songs wie „Mighty Quinn“ oder „Davy’s on the road again“ werden heute noch im Radio rauf und runter genudelt, und das schon seit Jahrzehnten.

Da Tastenmann Manfred Mann weiß, was sein Publikum hören möchte, werden die großen Songs auch allesamt zelebriert – „Blinded by the light“, „Spirits in the night“– da schlägt das Herz des Rockfans höher. Und erstaunlich, dass man es der Band auch vor lauter Spielfreude nicht anmerkt, dass diese mittlerweile seit Generationen diese Songs regelmäßig zu Gehör bringt.

Dass den Musikern die Laune nicht vergeht, dafür sorgen sicher auch die teils ausufernden Soli. Allen voran Gitarrist Mick Rogers, Gründungsmitglied der Earthband und auch fast die ganzen fast 50 Jahre seit der Gründung 1971 mit dabei. Traditionell mit Sakko und Hemd wirkt der Saitenmann wie ein Anachronismus einer alt gedienten Tanzband, der sämtlichen Rocker-Klischees zu widersprechen scheint.

Das gilt im Prinzip auch für die anderen Mitstreiter, die allesamthervorragend ihren Job erledigen und einfach das tun, was sie am besten können: saubere Musik spielen.

Manfred Mann selbst lässt es sich auch in Würzburg nicht nehmen, zum Umhänge-Keyboard zu greifen und an den vorderen Bühnenrand zu treten, um ausufernd solozu spielen.

In toller Form

Die Rhythmusgruppe, bestehend aus Steve Kinch und dem erst seit zwei Jahren mitspielendem John Lingwood ist solide. Sänger Robert Hart, seit 2011 mit an Bord und durch seine Erfahrungen unter anderem mit Bad Company, einer weiteren Rock-Legende, auch mit zahlreichen Wassern gewaschen, kann den Oldschool-Frontmann mimen, der das Spiel mit „Hände hoch zum Klatschen“ und Nachsingen von Johl-Zeilen sowie einigen Ansagen auf Deutsch perfekt beherrscht. Zweieinhalb Stunden bietet die Band einen Gig, den die Fans in dieser Form sicher schon oft gehört haben und der erfrischend keine Überraschungen bietet. Aber solange die Gruppe noch in dieser Form unterwegs ist, ist das sicher auch gut so.