Kultur

Literatur Wolfgang Diehl schreibt Künstlerbiografie

Slevogts Pfalzliebe

Archivartikel

Mit Sonderausstellungen würdigen Museen und Galerien aus Rheinland-Pfalz und darüber hinaus den Grafiker und Illustrator Max Slevogt (1868-1932) zu seinem 150. Geburtstag in diesem Jahr. Einen literarischen Tribut zollt dem deutschen Impressionisten nun der Autor und Kunsthistoriker Wolfgang Diehl mit einer Monografie. Auf 234 Seiten lässt Diehl zeitgenössische Kritiker und Stimmen ebenso zu Wort kommen wie Freunde und Förderer des Künstlers. Abgedruckte Briefe, Vorträge und Tagebucheinträge geben einen Einblick in die Persönlichkeit und Selbstwahrnehmung des Malers.

Zentrales Motiv und Inspirationsquelle Slevogts ist die Pfalz, die bevorzugte Lebens- und Wirkungsstätte des gebürtigen Bayern. Dementsprechend räumt auch Diehl der „Slevogt-Landschaft“ – so verspricht es bereits der Untertitel „Der Künstler, Neukastel, Leinsweiler und die Pfalz“ – genügend Raum ein. Den abgebildeten Gemälden und Zeichnungen werden Fotografien und Aufsätze zur Seite gestellt, die die Heimatverbundenheit des Malers greifbar machen und neue Perspektiven auf sein künstlerisches Schaffen ermöglichen. Handschriften, die der Herausgeber transkribiert, eröffnen nicht nur Graphologen Einblicke in den Charakter Slevogts.

Aufzeichnungen des Schwagers

Bereits veröffentlichte Zeitzeugenberichte und Aufsätze bindet Diehl in seine Reflexionen ebenso ein wie aktuelle Publikations- und Forschungsbeiträge, die er mit Fußnoten zitiert und in einem Literaturverzeichnis gebündelt darstellt. Erstmals finden die Aufzeichnungen Walter Finklers, des Schwagers Slevogts, Eingang in die Literatur, so dass diese künftig für die Slevogt-Forschung fruchtbar gemacht werden können. Ein besseres Lektorat hätte die lebendige und zugleich wissenschaftlich fundierte Publikation Diehls allerdings nach außen hin noch aufgewertet. onat