Kultur

Schauspiel Der neue Intendant der Festspiele Joern Hinkel zieht eine positive Bilanz / Zuschauerrekorde bleiben aus

Solides erstes Jahr ohne Wedel in Bad Hersfeld

Archivartikel

Der neue Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, Joern Hinkel, hat nach Einschätzung der Festspielleitung in seiner ersten Spielzeit alle ausgegebenen Ziele erreicht – trotz der Nebengeräusche um den Rücktritt seines Vorgängers Dieter Wedel (kleines Bild). Die Festspielleitung sprach gestern von einem „großen Erfolg“ und einer „Punktlandung“.

Nach Angaben der Veranstalter wurden rund 86 Prozent der Karten verkauft. Das entspricht etwa 94 000 Besuchern. Auch das Einnahmeziel von über 4,2 Millionen Euro sei erreicht worden. Auch das Wetter spielte mit: Einen „strahlenderen Sommer konnte man sich für Theaterspiele kaum wünschen“, sagte Hinkel. Die Festspiele fanden vom 6. Juli bis 3. September statt. Dieses Jahr seien sie allerdings in Gefahr gewesen, räumten die Veranstalter ein. Hintergrund ist Wedels Rücktritt. Danach sei unklar gewesen, wie es mit den Festspielen weitergehe.

Vorwürfe sexueller Übergriffe

Wedel hatte den Posten seit 2014 inne. Im Januar hatte er ihn geräumt, nachdem ihm Schauspielerinnen sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatten. Die Vorfälle sollen viele Jahre zurückliegen und deutlich vor seiner Zeit als Intendant in Bad Hersfeld geschehen sein. Gegen Wedel ermittelt die Staatsanwaltschaft in München. Wedel hat die Vorwürfe zurückgewiesen und wiederholt mit rechtlichen Schritten gedroht.

Hinkel habe die Krise jedoch gemeistert, erklärte die Festspielleitung. Eine endgültige Bilanz könne erst im Winter gezogen werden. Ein Vergleich mit dem vergangenen Jahr sei nicht möglich. Es habe wegen des Reformationsjubiläums 2017 und der zugehörigen Produktion „Luther – Der Anschlag“ besonderes Interesse erweckt und sei daher kein Maßstab. 2016 seien jedoch, abzüglich einer nicht mehr existierenden Spielwiese, ebenfalls rund 94 000 Zuschauer gekommen.