Kultur

Performance „As Far As We Are“ im Eintanzhaus

Spiel mit Hemmungen

Mannheim.„Sind wir die Crash Test Dummies am Beginn des 21. Jahrhunderts und wenn ja, wofür?“ Mit dieser programmatischen Frage konfrontiert Choreographin Helene Weinzierl bei der interaktiven Performance „As Far As We Are“ Akteure und Publikum gleichermaßen. Die österreichische Choreographin gastiert mit ihrem Tanzensemble cieLaroque im Mannheimer Eintanzhaus. Nach einer stark choreographierten, ausgeführten und musikalisch begleiteten (Komposition: Oliver Stotz) Erweckungssequenz, in der die erst regungslosen Leiber der Tänzer (Manuela Calleja, Uwe Brauns, Luan de Lima, Alberto Cissello) Stück für Stück an Autonomie und dynamischer Reichweite gewinnen, entwickelt sich der partizipative Aspekt der Performance.

Das geschieht zunächst heiter und harmlos, mit Aufrufen zum Stühlerücken oder zu gegenseitigem Massieren. Delikater wird es, wenn Calleja ihren Mit-Performern Instruktionen vorliest, nach denen sie den Tänzer Braun etwa umher stoßen und seine Fußsohle lecken sollen. Oder wenn de Lima gleich einem Objekt angepriesen wird, das die Zuschauer anfassen dürfen.

Ein Crashtest untersucht das Verhalten von beschleunigten Körpern bei einer Kollision – „As Far As We Are“ lässt die Besucher selbst mit definieren, wo die Wände der gesellschaftlichen Normen stehen, an die sie prallen. Eine so intensive wie instruktive Erfahrung.