Kultur

Klassik 1. Mannheimer Meisterkonzert „Ping Pong“

Sportliches Wechselspiel

Archivartikel

Was für ein Spektakel! Im 1. Mannheimer Meisterkonzert der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung ihres neuen Chefdirigenten Michael Francis bekam das Publikum am Samstag im Rosengarten nicht nur ordentlich auf die Ohren, auch visuell war der Abend eine Freude.

Gehetzt stürzt der Solist herein, nicht weil er zu spät ist, sondern weil das zum Stück gehört. Das Schlagwerk-Konzert „Switch“ (Schalter) von Andrew Norman, 2015 uraufgeführt, ist ein sportliches Ereignis. Dafür sieht Schlagzeuger Colin Currie auf der Bühne allerdings erstaunlich entspannt aus. Lässig springt er in seinem Schlagwerk herum, die Instrumente funktionieren dabei wie Schalter – das Schlagzeug gibt Impulse, „schaltet“ Teile des Orchesters ein oder aus, steuert Tempo und Lautstärke. Der Titel des Abends, „Ping Pong“, ist eine treffende Beschreibung dieses Wechselspiels. Auch wenn der Solist die Aufmerksamkeit auf sich zieht ist dies doch nur möglich mit einem exzellenten Orchester, das nicht nur klanglich beeindruckt. Selten hört man so eine Exaktheit, sowohl intonatorisch als auch das Timing betreffend, im perfekten Zusammenspiel mit dem Solisten.

Opulentes Werk aufgeführt

Mit der mächtigen 5. Sinfonie von Sergej Prokofjew steht im zweiten Teil ein weiteres opulentes Werk auf dem Programm – meisterlich interpretiert. Diese Aufführung strotzt vor Kraft und Vitalität, lyrisch-melodische Passagen münden in donnerndes Gewitter, doch bei all der Tragik bleibt Raum für den bissigen Witz Prokofjews, der oft genug aufblitzt. Der lange und herzliche Beifall des Publikums spricht für sich. kako

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