Kultur

Forschung Henning Lobin ist jetzt als IDS-Direktor im Amt

Sprache der digitalen Welt

Von bloßen Einschätzungen hält Henning Lobin nicht viel. Der neue Direktor des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache (IDS) setzt auf Daten – und ist dafür bestens vorbereitet. Neben Philosophie und Germanistik studierte er Informatik. Die Digitalisierung ermöglicht es dem 54 Jahre alten Wissenschaftler, Text und Sprache zu erfassen, die Daten aufzubereiten, Analysen vorzunehmen und diese zu deuten. Nicht umsonst hat sein jüngstes Buch den Titel „Digital und vernetzt. Das neue Bild der Sprache“. Es behandelt die Folgen der Erforschung von Sprache durch digitale Verfahren.

Wissenschaftlicher Austausch

Lobin sieht sich als Wächter der Sprache. Nicht in dem Sinne, dass er sich für deren Reinheit einsetzt. Vielmehr fühlt er sich zuständig für die germanistische Sprachwissenschaft, die Pflege der Beziehungen unter den damit befassten Wissenschaftlern und dafür, dass die deutsche Sprache in der globalisierten Englisch sprechenden Welt nicht an Bedeutung verliert. Bei aller Orientierung an Daten hat Lobin aber auch eher altmodische Züge: Er schreibt und bekommt gerne Postkarten. Zuletzt schickte er seiner erwachsenen Tochter auf diesem Wege Grüße aus Sizilien. dpa/rcl