Kultur

Schwetzinger Mozartfest Programm für Herbst präsentiert

Sprung ins kalte Wasser

So ein Mozartfest lässt sich ja nicht von heute auf morgen organisieren. Auch dieses Jahr waren alle Vorbereitungen getroffen, als der Lockdown das Leben lahmlegte. Vieles deutete auf eine Absage hin, aber jetzt gibt es Hoffnung am Schwetzinger Konzerthimmel.

Am Mittwoch präsentierte die Mozartgesellschaft sechs Termine im Schloss zwischen dem 26. September und 11. Oktober. Und die Option auf einen Nachschlag für zwei Konzerte im Rokokotheater – wenn die Abstandsregeln fallen. Das Augsburger Gastspiel „Zauberflöte“ fällt allerdings aus.

„Wir wagen den Sprung ins kalte Wasser“, sagt Geschäftsführerin Katharina Simmert. Vorsitzende Rosa Grünstein: „Die Situation ist nicht einfach, aber wir brauchen das Live-Erlebnis bei der Musik.“

Klavierkonzert im Jagdsaal

Der künstlerische Leiter, Nikolaus Friedrich, freut sich besonders auf den Auftakt am 26. September mit dem französischen Ensemble Quatuor Akilone. Die Streicherinnen wollen zwischen Mozarts 1. Preußischem Streichquartett und Beethovens Streichquartett Nr. 14 ein wahrlich intellektuelles Stück ganz anderer Farbe schieben, das Streichquartett F-Dur von Maurice Ravel.

Mozart, Beethoven, Schubert, Weber und Brahms – das sind die Komponisten des Klavierkonzerts in der Sonntagsmatinee am 27. September. Mit den Zwillingen Ani und Nia Sulkhanishvili kommen zwei Pianistinnen in den Jagdsaal, deren vierhändiges Spiel wie aus einem Geist und einem Körper kommt.

In der Schlosskapelle ist Geiger Anton Steck zu Gast. Am 2. Oktober, bringt er Partnerin Christina Kobb am Hammerklavier mit, spielt Mozart und die zwölf Variationen Beethovens über „Figaros Hochzeit“.

Zeitgenössische Uraufführung

Am 4. Oktober greift Friedrich selbst ins Programm ein. Mit dem Eliot Quartett sorgt er an der Bassettklarinette für die beachtete Uraufführung von „Hadron“ – eines zeitgenössischen Werkes des Hochschulprofessors Oliver Schneller.

Das Trio Wanderer huldigt Schuberts Romantik des „wandernden Reisenden“. Die Franzosen präsentieren am 10. Oktober Werke von Mozart, Beethoven und Schumann.

Den Schlusspunkt bildet die Matinee am 11. Oktober: Pianist Roberto Prosseda hat sämtliche Mozartsonanten auf CD eingespielt, ist bekannt für seine Suche nach Vergessenem. In Schwetzingen spielt er Mozarts Klaviersonaten 4, 5, 10 und 14 – ein seltenes Erlebnis.

Zum Thema