Kultur

Hintergrund „Colours of Freedom“ heute Abend im Capitol

Staatsphilharmonie spielt Hits der Popmusik

Archivartikel

Vielleicht gehört es zu den Gesetzen dieses Abends, dass der Umbruch der 68er nicht zu haben ist, ohne dafür selbst einen Preis zu zahlen. Doch fest steht, dass auch die italienische Sopranistin Beatrix Reiterer, die für die erkrankte Roberta Valentini in das künstlerische Ensemble nachrückt, für mächtig Furore sorgen soll – und die ist auch geboten.

Denn wenn die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz mit ihrem brandneuen Programm „Colours of Freedom“ heute Abend auf die Bühne des Mannheimer Capitols marschiert, hat der Klangkörper unter der Leitung von Ernst Theis keineswegs eine romantische Retrospektive in die Zeit der großen gesellschaftlichen Schnitte im Sinn: Im letzten Großprojekt unter der Ägide des Intendanten Michael Kaufmann will das Orchester die zügellose Zeit zwischen Demonstrationen, Drogenrausch und freier Liebe schonungslos ins Visier nehmen.

Von Pink bis Queen

Dafür haben sich die Instrumentalisten keineswegs nur die jungen Wilden ihrer Zeit zur Brust genommen, die mit Pioniergeist vorangingen, um den musikalischen Klassikbetrieb das Staunen zu lehren – von Pink bis Queen und „Dear Mr. President“ bis „Innuendo“ soll ein ganzer Abend zum melodischen Tribut an die Freiheit werden.

Bereits mit „Life is a Cabaret“ hatte der Klangkörper aus Ludwigshafen unter Beweis gestellt, dass die Unterhaltungsmusik der vergangenen 200 Jahre mit einem Klangkörper dieses Formats zum echten Genuss werden kann, nun sollen mit einer Mischung aus Pop-Hits, Klassik-Suiten und Eigenarrangements auch die letzten Grenzen zwischen ernster Musik und Unterhaltung überschritten werden. Ein Konzert, das auf die Unterstützung von Bandmusikern der Popakademie ebenso vertrauen darf, wie auch auf regional bekannte Stimmen wie die von Pe Werner und Alex Melzer. Die Revolution kann kommen!